Provision für Immobilienmakler – was ändert sich für Mieter?

Provision für Immobilienmakler – was ändert sich für Mieter?
9. Jul 2015

von Suitbert Monz

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Seit dem 1. Juni gilt bei Maklerprovisionen das Bestellerprinzip: Nicht mehr der Mieter muss die Provision zahlen, sondern derjenige, der den Immobilienmakler beauftragt hat. Das ist in vielen Fällen der Vermieter. Das Wichtigste zur Neuerung haben wir im Beitrag zusammengestellt.

Ziel des neuen Gesetzes ist, die Mieter finanziell zu entlasten und eine Gerechtigkeit in Maklerfragen herzustellen, da es meist der Vermieter ist, der von einer Maklerleistung profitiert. Hierbei stellt sich allerdings auch die Frage, ob der Vermieter das Gesetz nicht umgehen kann oder ob es möglich ist, zu handeln.

Wer bezahlt die Provision?

Der Mieter muss den Immobilienmakler nur noch dann bezahlen, wenn er ihn auch selbst beauftragt hat. Es muss sich allerdings erst in der Praxis zeigen, ob er andernfalls auch wirklich vom neuen Gesetz profitiert.

Möglich ist, dass Vermieter, die Makler beauftragen, die Provisionskosten danach auf die Miete umlegen. Zwar verhindert die Deckelung des Mietpreises einen unangemessenen Mietanstieg, dennoch könnte durch die Mieterhöhung der Mieter längerfristig finanziell belastet werden als zuvor durch die Maklerprovision.

Trotz der Maklerprovision lohnt es sich für Vermieter vielfach weiterhin, einen Immobilienmakler zu nutzen. Er nimmt dem Vermieter vor allem in Ballungsräumen viel Organisationsaufwand ab und kennt auch den Wohnungsmarkt unter Umständen besser.

Umgehen und verhandeln der Provision theoretisch möglich

Makler warnen vor Schlupflöchern, mit Hilfe derer der Vermieter doch noch die Zahlung der Provision zumindest indirekt umgehen kann. Hierzu gehören beispielsweise überhöhte Ablösezahlungen für Möbel oder eine Einbauküche, die der neue Mieter übernehmen muss.

Darüber hinaus ist es denkbar, dass Wohnungsinteressenten dazu gezwungen werden, einen Immobilienmakler zu beauftragen. Hierzu werden im Internet Angebote eingestellt, die nur von Maklern gefunden werden können und von Interessenten nicht einsehbar sind. Möglich macht das eine Datei, die der Angebotsseite hinzugefügt wird.

Grundsätzlich ist es auch denkbar, über die Provision zu verhandeln. Die Erfolgsaussichten lassen sich allerdings nicht pauschal beurteilen. Sie hängen vielfach davon ab, ob der Makler jemand anderen findet, der bereit ist, die geforderte Höhe zu zahlen.

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Provision für Immobilienmakler – was ändert sich für Mieter?
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Kommentare

Denny

19:52 11.07.2015

Wer trägt denn die Provision, wenn der Makler schon vor dem 01.06. vom Vermieter beauftragt wurde, man als zukünftiger Mieter auch schon vor dem 01.06. den Kontakt mit dem Makler aufgenommen hat, der Mietvertrag aber erst nach dem 31.05. zustande kommt?
(Ist das auch gesetzlich belegbar? Falls ja, wo denn genau?)

Vielen Dank für Ihre Antwort.