Mit dem Auto im Urlaub: Europäischer Unfallbericht

Mit dem Auto im Urlaub: Europäischer Unfallbericht
25. Sep 2013

von Monika Hochscheid

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Wenn ein Autounfall passiert ist es eigentlich egal, ob die Schuld bei Ihnen liegt oder beim Unfallgegner – ärgerlich ist es auf jeden Fall. Besonders wenn Sie ins Ausland fahren, ist es gut, sich zuvor nach den dort geltenden Verkehrsregeln zu erkundigen.

Egal wo und mit wem der Unfall passiert, egal wer Schuld hat: die oberste Regel ist erst einmal, die Ruhe zu bewahren. Wenn jemand nicht aufmerksam war, ist das natürlich nicht gut. Aber dennoch hat der andere Fahrer den Unfall vermutlich nicht böswillig verursacht und ist eigentlich genauso schockiert wie Sie selbst.

Wenn der erste Schreck vergangen ist, sprechen Sie mit dem anderen Fahrer. Fragen sie ruhig, ob es ihm gut geht. Sorgen Sie für Hilfe, falls es zu Verletzungen gekommen ist.

Dokumentieren Sie den Unfall unbedingt

Es ist jetzt sinnvoll, gemeinsam zu notieren wie genau es zu dem Unfall gekommen ist. Hierfür gibt es eine sehr gute Hilfe, die Sie in ganz Europa benutzen können: der Europäische Unfallbericht.

Einen Vordruck des Europäischen Unfallberichts erhalten Sie von Ihrem Kfz-Versicherer. Es gibt ihn in allen europäischen Landessprachen. Am besten, Sie nehmen zwei Vordrucke bei einer Auslandsreise mit – Eine in deutscher Sprache und eine in der Sprache des Landes, in das Sie reisen. Die Berichte sind gleich aufgebaut, so dass es gleichgültig ist, in welcher Sprache sie ausgefüllt werden.

Sollten Sie einen Fotoapparat oder ein Handy mit Kamerafunktion dabei haben, machen Sie Fotos von beiden Autos (mit Kennzeichen), der Fahrzeugstellung am Unfallort und auch vom konkreten Schaden an beiden Fahrzeugen. Das rundet die Dokumentation ab, und jede Versicherung kann später problemlos mit Ihren Angaben arbeiten.

Was sollte im Europäischen Unfallbericht vermerkt werden?

Vermerken Sie unbedingt Namen und Anschrift des gegnerischen Fahrers, Schadendatum und Uhrzeit sowie den Ort des Unfalls im Bericht. Ganz wichtig ist es natürlich, Autokennzeichen und Nationalität der beteiligten Fahrzeuge zu notieren.

Ebenso sollte, wenn bekannt, auch der jeweilige Versicherer auf dem Bericht festgehalten werden. Zudem muss natürlich angegeben werden, was passiert ist. Ist jemand durch den Unfall verletzt worden, sollte auch das im Bericht notiert werden.

Wichtig ist, dass beide beteiligte Fahrer den Bericht gemeinsam ausfüllen und anschließend unterschreiben. Dann steht für die Versicherungen fest, was passiert ist und niemand hat hinterher mehr Probleme das Geschehen zu beweisen. Das hilft, bei Auslandsunfällen oft vorkommende Verzögerungen bei der Schadensabwicklung zu vermeiden.

Eine dringende Empfehlung ist, dass sowohl Sie als auch der Unfallgegner eine von beiden unterschriebene Ausfertigung des Berichts mitnehmen. Achten Sie vor der Unterschrift gemeinsam darauf, dass beide identisch ausgefüllt sind.

Wann wird die Polizei eingeschaltet?

Die Polizei sollte hinzugezogen werden bei großen Schäden oder wenn jemand verletzt ist. Bei kleineren Sachen ist es wie in Deutschland: oft kommt die Polizei nicht, sondern sagt den Beteiligten, sie sollen sich selbst einigen.

Der Europäische Unfallbericht ist daher auch bei Unfällen, die in Deutschland passieren, eine gute Hilfe.

[Dies ist ein Gastbeitrag von Roland Richter, Referent Recht und Grundsatz]

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Monika Hochscheid

Abteilung Kraftfahrt-Betrieb, Gruppe Qualitäts-, Prozess-, Projektmanagement; bloggt über spezifische Fragestellungen zur Kfz-Versicherung

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