Als Unternehmen Mitarbeiter gewinnen: Interview mit Personalwerk

Als Unternehmen Mitarbeiter gewinnen: Interview mit Personalwerk
9. Mai 2018

von Erik Rauschkolb

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Wie finden Firmen in Zeiten des Fachkräftemangels passende Mitarbeiter? Und wie können sie sich besser als attraktiver Arbeitgeber positionieren? Darüber haben wir mit Falk H. Lampe-Traupe, Director Consulting Employer Branding der Agentur Personalwerk, gesprochen.

Personalwerk sitzt in im Rhein-Main-Gebiet (Karben und Wiesbaden) und berät seit 30 Jahren mittelständische Unternehmen zu allen Fragen des Personalmarketings.

Welches sind die aktuellen Herausforderungen im Personal-Recruiting?

Lampe-Traupe

Thomas Kunke (links im Gespräch mit Falk Lampe-Traupe

Lampe-Traupe: Insbesondere in den letzten Jahren gab es gravierende Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt. Die Gründe dafür sind bekannt: Fachkräftemangel und demographischer Wandel haben den Markt verändert. Der Arbeitnehmer ist nun in einer deutlich stärkeren Position und Arbeitgeber müssen sich beim Kandidaten bewerben. Wir haben also einen Wechsel vom Arbeitgeber zur Arbeitnehmermarkt.

Gerade diese Bewusstseinsänderung ist bei vielen Firmen noch nicht angekommen. Daher haben sie Schwierigkeiten, ihre Stellen zu besetzen. Oft fehlen Budget und Zeit dafür. Aber ein gutes Arbeitgebermarketing kann dabei helfen, das Problem zu lösen und Fachkräfte anzusprechen.

Welche sind die häufigsten Fehler, die gemacht werden?

Lampe-Traupe: Ein häufiger Fehler liegt in der fehlenden Vorstellung des eigenen Unternehmens als Arbeitgeber. Meist gibt es nur eine Unternehmensbeschreibung und keine Arbeitgeberbeschreibung auf der Website. Viele Firmen können sich nur schwer in potenzielle Kandidaten hineinversetzen. Mein Tipp: Gucken Sie einfach mal, was Sie schon gut machen und kommunizieren Sie es entsprechend. Welchen Typ Mitarbeiter suchen Sie? Ein authentischer Einblick ist wichtig, damit passende Kandidaten angesprochen werden.

Wie kann ich als Firmeninhaber, der wenig Zeit hat, trotzdem gute Bewerber überzeugen?

Logo PersonalwerkLampe-Traupe: Recruiting-Instrument Nr. 1 ist aus meiner Sicht die Karriere-Website. Eine mobilfähige Landingpage ist schon für wenig Geld zu haben.  Wenige authentische Informationen sind besser als viel Input, der auf Hochglanz poliert ist.

Mein Tipp wäre noch: Das, was man tut, einfach etwas besser zu machen. Schalten Sie nicht einfach mehr Stellenanzeigen. Holen Sie sich besser Hilfe dafür, bei Text und Bild kann Sie ein Profi für wenig Geld unterstützen.

Was sind die häufigsten Fehler in Stellenanzeigen?

Lampe-Traupe: Meist lese ich viel zu viele Zahlen, Fakten, Fremdwörter oder Abkürzungen. Das sollten Sie in der Stellenanzeige besser weglassen. Bauen Sie die Hürden zum Bewerber ab und konzentrieren Sie sich auf relevante Inhalte – also Ihre Stärken und Besonderheiten als Arbeitgeber.

Was sollte in einer Stellenanzeige unbedingt auftauchen?

Lampe-Traupe: Starten Sie mit den attraktivsten Aufgaben des Jobs und gehen Sie dann weg von den Skills und hin zum Bewerber-Typ, den Sie suchen. Beantworten Sie die Frage, warum der Bewerber für Sie arbeiten und nicht zur Konkurrenz gehen sollte.

Danke für das Gespräch, Herr Lampe-Traupe!

Gastbeitrag von Thomas Kunke, Abteilung Bereichsentwicklung und Vermarktung

Möchten Sie mehr zum Thema Arbeitgebermarke erfahren? Dann besuchen Sie unseren Ratgeber.

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Erik Rauschkolb

Social Media Community Manager; bloggt über Themen rund um Finanzen und Versicherungen sowie über Neuigkeiten und Aktionen der R+V im Social Media Bereich.

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