Mobile Weiterbildung in sozialen Netzwerken

Mobile Weiterbildung in sozialen Netzwerken
28. Sep 2015

von Katharina Zehner

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Heutzutage passt Weiterbildung in jede Hosen- oder Handtasche. Und seien sie auch noch so klein. Denn trainiert wird auf dem Smartphone. Im Idealfall, so das Ergebnis einer Studie. Künftig rücken Soziale Netzwerke und informelles Lernen in den Vordergrund der beruflichen Qualifizierung.

Weiterbildung beschleunigt die Karriere. Beruflicher Aufstieg, mehr Verantwortung, höheres Gehalt: Das stellen die meisten Personaler Weiterbildungswilligen in Aussicht. Dies geht aus der Studie ‚Weiterbildungstrends in Deutschland 2015‘ von der Studiengemeinschaft Darmstadt hervor. An der Befragung nahmen über 300 Personalverantwortliche teil und mehr als drei Viertel sehen in der Weiterbildung einen Karriereturbo.

Weiterbildung im Hosentaschenformat

Die Unternehmen seien dahingehend gut beraten, unterschiedliche Lernumgebungen anzubieten. „Denn je besser eine Weiterbildung zum Lerntyp passt, umso größer ist die Motivation der Lernenden“, sagt Brigitta Vochazer, Geschäftsführerin der Studiengemeinschaft. Viele Berufstätige kennen sich mit digitalen Technologien aus und besitzen Geräte für den mobilen Internetzugriff. „Diese Möglichkeiten wollen sie auch für das Lernen nutzen.“

Ein einheitliches Look-and-feel von Lernplattformen und Lerninhalten ist dabei auf allen genutzten Geräten äußerst wichtig. Ob am PC, Tablet oder Smartphone. Die Wiedererkennung dient der raschen Orientierung. Das gilt für alle Lernvarianten, beispielsweise Lern-Videos, Online-Campus und Apps, den am weitesten verbreiteten Technologien.

Digitales Lernen: aber nicht ohne Lehrer

Gleichzeitig spielt für die Befragten die persönliche Begleitung des Lernprozesses durch einen Tutor eine wichtige Rolle. Sie sollen vor allem Fragen zum Lernstoff beantworten, Rückmeldung zum Wissensstand und Lernfortschritt geben und als Ansprechpartner bei der Suche nach ergänzenden Informationen dienen. Die Studie zeigt: Im Idealfall ist Weiterbildung zurzeit virtuell, mobil, individuell.

Weil lebenslanges Lernen wichtig ist, hat die Bundesregierung schon 2008 beschlossen, die Weiterbildungsbeteiligung der Bevölkerung auf fünfzig Prozent zu steigern. Das hat sie 2014 geschafft. Laut Berufsbildungsbericht 2015 des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat im vergangenen Jahr jeder zweite Deutsche im erwerbsfähigen Alter an mindestens einer Weiterbildungsmaßnahme teilgenommen.

Klassische Trainer und formales Lernen verlieren an Bedeutung

Wie berufliche Weiterbildung künftig organisiert wird, das war unter anderem Thema auf der ATD-Konferenz im Mai 2015 in Orlando, der weltgrößten Veranstaltung der Weiterbildungsszene. Professor Dr. Karlheinz Schwuchow, Professor für Internationales Management an der Hochschule Bremen, war dort und fasst zusammen: „In den Vordergrund rücken neben dem Austausch in sozialen Netzwerken das informelle Lernen am Arbeitsplatz sowie Coaching und Mentoring.“ Der klassische Trainer und das formale Lernen hätten auch weiterhin noch einen Platz – wenn auch nicht mit demselben Gewicht wie früher.

Gelernt würde künftig nach dem 70-20-10-Modell. Es besagt, dass 70 Prozent der Mitarbeiterentwicklung aus konkreter Arbeitserfahrung bestehen und on-the-job stattfinden. Ein Fünftel resultiert aus dem Lernen von anderen in Form von Coaching und Mentoring. Und zehn Prozent des Wissens beruht auf formalem Lernen.

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Katharina Zehner

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Personal- und Karrierethemen im Allgemeinen sowie Berufsbilder und Hinter den Kulissen Eindrücke bei der R+V.

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