Motor- vs. Unfallschaden: Wie arbeitet ein Gutachter?

Motor- vs. Unfallschaden: Wie arbeitet ein Gutachter?
22. Nov 2017

von Monika Hochscheid

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Allein das Wort Motorschaden in Kombination mit dem Kostenvoranschlag der Werkstatt, der meist im 5-stelligen-Bereich liegt, löst bei vielen Betroffenen Angstschweiß auf der Stirn aus und man stellt sich sofort die Fragen „Wie konnte das passieren?“, „Was habe ich falsch gemacht?“ oder „Was soll ich jetzt machen?“. Genau an der Stelle wird es dann für unseren Gutachter erst interessant.

Unser Gutachter, nennen wir ihn doch einfach mal Herrn Lupe, ist ein Sachverständiger der SG Maxxogon Mobil. Es beginnt die Spurensuche ähnlich wie bei einem Kriminalfall. Zuerst werden alle Unterlagen zum Fahrzeug inkl. sämtlicher Rechnungen eingeholt  (Beweise) und die Zeugen (Fahrzeughalter und Werkstatt) befragt. Anders als bei einem klassischen Unfallschaden, bei dem es meist eine genaue Schilderung zum Hergang gibt und man auf den ersten Blick die Beschädigungen sieht, muss nun bei einem Motorschaden in die Tiefe gegangen werden.

Folgende Fragen stellt sich unser Gutachter:

  • Wurde kürzlich Reparaturen am Motor durchgeführt?
  • Wurde das Öl kürzlich gewechselt?
  • In welchen Intervallen wurde das Öl nachgefüllt?
  • Wie äußerte sich der Schaden?

Von der Werkstatt zum Gutachten: Wie geht es weiter?

Parallel vereinbart Herr Lupe mit der Werkstatt den „Obduktionstermin“.  Natürlich wird in seinem Beisein der Motor zerlegt und jeder Arbeitsschritt per Foto dokumentiert. So können keine Beweise „verschwinden“. Wie bei einem Kriminalfall prüft der Her Lupe nun, ob Veränderungen zum Standardaussehen vorhanden sind und macht je nach Erkenntnis einen „toxikologischen Befund“ – in unserem Fall, indem er das Motoröl in einem Labor auf verschiedene Parameter untersuchen lässt.

Nach dieser akribischen Arbeit wertet Herr Lupe nun die Ergebnisse aus und erstellt darauf hin sein Gutachten. Hier geht er auf die vorliegenden Daten und Fakten ein und beschreibt detailliert die Arbeitsschritte und die Ergebnisse seiner Besichtigung. Daraus ergibt sich dann Schritt für Schritt wie in einem Krimi die Spur zur Ursache des Schadens, welche mit entsprechenden Beweisen untermauert wird.

Im Vergleich zu einem Unfallschaden dauert die Vorbereitung sowie Sichtung der Unterlagen und die Besichtigung mehrere Stunden. Auch die Ausarbeitung  des „Kriminalfalles“ nimmt mehrere Tage in Anspruch.

Bei einem klassischen Blechschaden ist die Schadenbewertung innerhalb ein paar Stunden mithilfe des Kalkulationsprogrammes am selben Tag erledigt. Spezielle Recherchen und Prüfungen sind bei einer klaren Hergangsschilderung nicht notwendig.

Am Ende seines Gutachtens schließt unser Gutachter Herr Lupe mit dem Ergebnis, was genau den Schaden verursacht hat und macht sich auf zu seinem neuen „Fall“: Ein Kupplungsschaden. Wie der wohl entstanden sein könnte…?

Gastbeitrag von Franz Mehrl, SG Maxxogon Mobil

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Monika Hochscheid

Abteilung Kraftfahrt-Betrieb, Gruppe Qualitäts-, Prozess-, Projektmanagement; bloggt über spezifische Fragestellungen zur Kfz-Versicherung

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