Motorradfahren: Ein gefährliches Hobby

Motorradfahren: Ein gefährliches Hobby
20. Mrz 2013

von Verena Reuber

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Mehr als 700 Fahrer von Mofas, Mopeds und Motorräder kamen jeweils 2011 und 2012 ums Leben. Auch die aktuelle Saison begann verheerend: Fünf tote Motorradfahrer in nur sechs Tagen.

Überraschung aus dem Nichts

Dagegen kann und muss man etwas tun! Dabei sind die Ursachen erklärbar: Während des Winters sind motorisierte Zweiräder auf der Straße eher selten. Für Autofahrer kommen sie mit dem Ende der kalten Tage von einer Stunde auf die andere. Also überraschend und ungewohnt.

Exakt deshalb warnen Experten: In den kommenden Wochen ist erhöhte Aufmerksamkeit geboten. Für Autofahrer ist die schmale Silhouette eines Zweiradfahrers leicht zu übersehen, auch wenn er mit Licht fährt.

Und Biker können sich (noch) nicht darauf verlassen, dass Autofahrer sie als Gefahr erkannt haben. Motorradfahrer sollten deshalb einen weiten Bogen um sie machen und immer mit der Unerfahrenheit rechnen.

Autofahrern, die Bikern gegenüber eher Vorurteile haben, sei das Blog der Motorradunfälle ans Herz gelegt. Dort heißt es: „Hier werden Motorradunfälle dokumentiert, vor allem zur Abschreckung. Zur Abschreckung für alle Autofahrer, die sich hierher verirren und eventuell etwas nachdenklich werden und dies auch dann im Straßenverkehr umsetzen können, aber auch für Motorradfahrer, noch achtsamer zu fahren und immer wieder die eigene Risikobereitschaft zu überprüfen.“

Appell an die Biker

Dass auch Biker mehr für ihre Sicherheit tun können, hat der ADAC verdeutlicht. Er warnte vor Schlaglöchern, einer Folge des harten Winters. Daher gehört der Fahrbahn die größte Aufmerksamkeit.

Die erste Fahrt sollte außerdem in einen ruhigen Verkehrsbereich führen. Dort könnten Bremsen und Reifen nochmals im Fahrbetrieb geprüft werden. Die Empfehlungen des ADAC  umfassen außerdem einen ruhigen Start und eine Teilnahme an einem Motorradtraining als idealer Beginn in die Saison.

Laut ADAC ist auch richtige Kleidung eine weitere Voraussetzung für sicheres Fahren: „Helm, Handschuhe, warme Kombi und Nierengurt bzw. Rückenprotektor sind gerade in der Übergangsjahreszeit unverzichtbar. Reflexionsstreifen an der Kleidung machen Motorradfahrer für andere Verkehrsteilnehmer noch besser sichtbar. Außerdem sollte das Helmvisier auf Kratzer untersucht und im Zweifelsfall ausgetauscht werden.“

EU will ABS für alle Biker

Dass künftig Motorräder noch sicherer werden, hat jetzt die EU geregelt: Für die Typzulassung gilt ab 1. Januar 2016 die Verpflichtung zum serienmäßigen Einbau von Antiblockiersystemen (ABS) bei Maschinen mit mehr als 125 Kubikzentimetern Hubraum, ab 2017 gilt dies für alle Neuzulassungen.

Maschinen mit mehr als 50 Kubikzentimeter Hubraum brauchen ebenfalls ein ABS oder eine Kombibremse, bei der Vorder- und Hinterrad gleichzeitig gebremst wird. Allerdings können bei diesem mechanischen System weiterhin beide Räder blockieren. ABS kann nach einer Unfallstudie von Bosch jeden vierten schweren oder tödlichen Unfall verhindern.

 

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Verena Reuber

Social Media Managerin bei der R+V24; bloggt hauptsächlich über Autos, Fragestellungen aus der Versicherung und sämtliche Facetten der Mobilität.

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