4 Mythen zu erneuerbaren Energien

4 Mythen zu erneuerbaren Energien
8. Jul 2015

von Jan Ackerhans

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Das Thema „Erneuerbare Energien“ ist vielen Kontroversen ausgesetzt. Für die Gegner entstehen durch Windenergie-, Biogas- und Photovoltaikanlagen untragbare Kosten und sogar gesundheitliche Gefahren. Die Befürworter betonen, wie wichtig ihr Anteil am Strommix für unsere zukünftige Energieversorgung ist.

Fossile Energieträger wie Kohle und Gas sind nicht unbegrenzt verfügbar, obwohl diese laut einer  Studie von Siemens und der TU München erst in 100 Jahren versiegen werden.

Mythos Nr. 1: Durch erneuerbare Energien steigen die Stromkosten

Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) hat 2015 berechnet, dass die Kosten für herkömmliche Energien mehr als doppelt so hoch wie die für erneuerbare Energien ist, wenn die versteckten Kosten auf den Strompreis umgelegt würden. Während pro Jahr knapp 20 Milliarden Euro per EEG-Umlage in den Ausbau Erneuerbarer Energien wie Wind, Wasser und Sonne fließen, belaufen sich laut Studie die versteckten Zusatzkosten für konventionelle Energieträger 2014 und 2015 auf jeweils rund 40 Milliarden Euro. Darin enthalten sind sowohl staatliche Subventionen und finanzielle Vergünstigungen für konventionelle Energien als auch externe Kosten, mit denen die Gesellschaft für Umweltschäden oder die Endlagerung von Atommüll aufkommt. Die „Konventionelle-Energien-Umlage“ wird nach den Berechnungen des FÖS 2015 gegenüber dem Vorjahr sogar leicht steigen, während die EEG-Umlage sinkt.

Es lohnt sich daher für Privatpersonen, auf erneuerbare Energien umzusteigen und den selbsterzeugten Strom auch selbst zu nutzen.

Mythos Nr. 2: Erneuerbare Energien sind unzuverlässig

Die Tatsache, dass erneuerbare Energien auf unbeständige Naturphänomene wie Wind und Sonne zurückgreifen, lässt viele an einer durchgängigen Energieversorgung zweifeln. Allerdings gibt es Möglichkeiten, dies aufzufangen und eine Kombination aus verschiedenen Energien zusammenzustellen. Dadurch und mit der Nutzung von Speichertechnologien ist es möglich, eine durchgängige Versorgung zu gewährleisten. So zeigt etwa das Forschungsprojekt Kombikraftwerk unter Leitung des Fraunhofer IWES, dass durch die Kombination von Solar- und Windenergieanlagen mit Speichern, Biogasanalgen und flexiblen Verbrauchern, eine durchgängige Versorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren Energien machbar ist.

Mythos Nr. 3: Erneuerbare Energien schaden den Bürgern gesundheitlich

Besonders bei Windkraftanlage kommt die Sorge auf, dass abfallendes Eis die in der Nähe wohnenden Bürger schädigen kann. Neue Windkraftanlagen verfügen über eine Technik zur Vermeidung von Eiswurf. Beheizbare Rotorblätter verhindern von vornherein die Entstehung von Eis, darüber hinaus kann der Betrieb auch vorübergehend eingestellt werden.

Darüber hinaus verfügen viele Windanlagen über eine Automatik, die es erlaubt, den Betrieb zu reduzieren, wenn es zu vermehrten Schallemissionen kommt. Dasselbe gilt für den Schattenwurf: Überschreitet dieser ein festgesetztes Maß, kommen die Anlagen vorübergehend zum Stillstand.

Mythos Nr. 4: Deutschlands Wirtschaft wird unter den erneuerbaren Energien leiden

Oftmals wird auch das Argument ins Spiel gebracht, dass erneuerbare Energien die Industrie belasten und Deutschland beziehungsweise Europa langfristig im internationalen Wettbewerb behindern.  Allerdings hat die Branche in Deutschland einen Aufschwung erfahren, welcher mit einem hohen Beschäftigungszuwachs verbunden ist. Der Anlagenbau ist hierzulande sehr gut entwickelt und die erneuerbare Energien Technik „Made in Germany“ ist sogar Exportschlager.

Wenn Sie sich umfassender zum Thema Absicherung von Erneuerbare Energien-Anlagen informieren möchten, dann besuchen Sie unser KompetenzZentrum.

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4 Mythen zu erneuerbaren Energien
Jan Ackerhans

Mitarbeiter der Abteilung Agrarmarkt und Erneuerbare Energien, bloggt über aktuelle Themen rund um die Energiewende.

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Kommentare

Werner Halbe

19:25 09.07.2015

wäre sicher sehr informativ , wenn sich der Autor mal hier schlau machen könnte. – http://www.fortschrittinfreiheit.de/index.php/20-positionen-des-vereins-fortschritt-in-freiheit-e-v

Werner Halbe

19:31 09.07.2015

außerdem kann der Autor sicherlich erklären, warum die dringend benötigten konventionellen Kraftwerke auf dei Insolvenz zusteuern und damit die größten Anteilseigner die Kommunen mit in den Abgrund stürtzen ( also die Steuerzahler). Aber da dieser Block hier von den Volksbanken (R +V) gesponsert wird , wundert es mich nicht ,dass hier die Lobhudeleien auf die nicht machbare Energiewende steht.

4 Mythen zu erneuerbaren Energien Jan Ackerhans

17:58 27.07.2015

Hallo Herr Halbe,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

Der Börsenstrompreis ist historisch niedrig. Die Folge: Während die Stromproduktion aus Kohlekraftwerken boomt, laufen Gaskraftwerke immer seltener. Diese Entwicklung konterkariert die politischen Ziele der Bundesrepublik, einen klimaneutralen Energiesektor aufzubauen. Denn eigentlich sind flexible Gaskraftwerke mittelfristig am besten geeignet, die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien zu ergänzen. Doch angesichts niedriger CO2-Preise verschlechtert sich die Wettbewerbsfähigkeit von Erdgas- gegenüber Kohlekraftwerken und die Auslastung von Gaskraftwerken nimmt ab. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die anhaltend niedrigen Preise für Verschmutzungszertifikate im Europäischen Emissionshandel, die dazu führen, dass Strom aus Kohle viel günstiger am Markt angeboten werden kann als Strom aus Gaskraftwerken. Das das Emissionshandelssystem (EU ETS) überarbeitet werden muss, ist der Europäischen Union bewusst. Die Reform soll 2019 starten. http://www.consilium.europa.eu/de/policies/climate-change/reform-eu-ets/

Viele Grüße
Jan Ackerhans