Neues Jahr: Verwerfliche Vorsätze

Neues Jahr: Verwerfliche Vorsätze
21. Jan 2019

von Anna Lena Schwartz

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Silvester war Stichtag. Pünktlich um Mitternacht knallten die Sektkorken und mit dem neuen Jahr beginnt unser besseres Leben. Doch die wenigsten guten Vorsätze halten besonders lang. Was nicht schlimm, weil ganz menschlich ist.

An den Tagen zwischen den Jahren werden gute Vorsätze gefasst. Das ist Tradition wie knallende Korken aus überschäumenden Sektflaschen pünktlich zum Jahreswechsel. Warum aber gerade da? Nun, weil Stichtage sich für einen Neuanfang eignen. Für den Wochenanfang bieten sich kleine Vorsätze an, am Geburtstag werden sie schon bedeutender und am Jahreswechsel kommt der ganz große Knall: weniger Stress, mehr Zeit für Familie und Freunde, mehr Bewegung. Das sind die Klassiker auf der Hitliste unserer guten Vorsätze, alljährlich ermittelt von Umfragen.

Die guten Vorsätze wandeln sich

Innerhalb der Top-Ten aber gibt es Veränderungen. Rauchen aufhören ist raus, weniger online sein dafür drin. Vorsätze sind nämlich ein Spiegelbild der Gesellschaft und mit der wandeln sich unsere Ansprüche an uns selbst. Raucher werden weniger, Internutzer mehr, daher die Verschiebungen im Ranking. Der Jahreswechsel wirkt nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts: das alte endet, man legt seine Laster ab, was Raum für Neues schafft. Die guten Vorsätze sollen ihn füllen, daran wollen wir uns orientieren.

Verhaltensänderung bedeutet Anstrengung

Es ist Teil unserer Psychologie, dass wir Orientierung brauchen. Aber wir wollen keine Veränderungen, denn die durchkreuzen unsere Gewohnheiten. Die wiederum sind notwendig, weil sie dem Tag und dem Jahr einen festen Rahmen geben und uns Halt im Leben. Wer den Alltag mit seinen Gewohnheiten durchbrechen will, muss sich schon gewaltig anstrengen: Stress lässt sich nur reduzieren, wenn wir uns mit erfolgreicher Strategie zur Wehr setzen. Daraus folgt: wer weniger Stress will, hat zunächst mehr Stress, um ihn zu bekämpfen. Ohne Fleiß kein Preis.

Ohne Zeit kein Erfolg

Alle Vorsätze eint, dass sie Zeit erfordern. Wer hat die schon? Daher verwundert es nicht, dass der innere Schweinhund schon bald im neuen Jahr sich meldet. Jeder dritte Deutsche geht in das mit guten Vorsätzen. Viele davon werden aus einer Feierlaune heraus spontan am Silvesterabend getroffen, ohne sich groß Gedanken darüber zu machen, wie das Ziel erreicht werden soll. Daher ist die Haltbarkeit solcher Vorsätze gering, sie werden schon nach wenigen Wochen aufgegeben. Nach einem halben Jahr ist nur noch die Hälfte aller Vorsätze relevant. Letztendlich hat etwa jeder dritte Wunsch an sich selbst Potential für Dauerhaftigkeit. Das ist eine ganze Menge.

Gutes altes Jahr

Aber doppelt so viele scheitern eben. Was nicht schlimm ist, weil Menschen – wie schon geschrieben – Gewohnheiten brauchen. Dazu zählt auch, dass aus den allermeisten guten Vorsätzen nichts wird. Und – Hand aufs Herz – so schlecht war das alte Jahr nicht wirklich und damit die allermeisten Vorsätze verwerflich.

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Neues Jahr: Verwerfliche Vorsätze
Anna Lena Schwartz

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Karrierethemen und gibt Einblicke hinter die Kulissen der R+V als Arbeitgeber.

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