Nicht mehr versicherbar

Nicht mehr versicherbar
20. Okt 2020

von Eva Kuschfeldt

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Der Klimawandel bringt unkalkulierbare Risiken mit sich und bedroht die Geschäftsgrundlage einer ganzen Branche: die der Versicherer. Was tun? Ein Essay von Ralph Glodek, dem Nachhaltigkeitsbeauftragten der R+V.

Bis Anfang des Jahres war die Klimakrise das beherrschende Thema. Dann hat Corona ihr beinahe über Nacht den Rang abgelaufen. Die ganze Welt hat eine Vollbremsung hingelegt. Für die Gesundheit! Aber mit verheerenden Folgen für Wirtschaft und Freiheit. Einer der wenigen positiven Aspekte der Krise ist ihr Einfluss auf das Klima: Der Shutdown hat auf einen Schlag mehr Klimaschutz erwirkt als alle Anstrengungen zuvor.

Der R+V-Nachhaltigkeitsbeauftragte Ralph Glodek findet: Den zukünftigen Generationen einen intakten Planeten zu hinterlassen, geht uns alle an.

Der R+V-Nachhaltigkeitsbeauftragte Ralph Glodek findet: Den zukünftigen Generationen einen intakten Planeten zu hinterlassen, geht uns alle an.

Aber Corona hat der Welt in Bezug auf die Treibhausgas-Emissionen lediglich eine Atempause verschafft. Und was geht das die R+V an? Viel. Sehr viel sogar. Denn wenn Überschwemmungen, Dürren, Unwetter und Großbrände wie in Australien weiter zunehmen, leiden nicht nur die betroffenen Menschen. Sondern auch die Versicherer treibt es in den Ruin: Immer mehr und größere Schäden durch immer mehr und größere Katastrophen kann kein Versicherer schultern – weder als Einzelunternehmen noch im Konsortium. Auch Staaten werden dazu nicht mehr in der Lage sein. Die meisten Versicherer verfolgten die Klimadiskussionen früher eher von der Seitenlinie aus, mit der Überzeugung: Wir sind keine Industriebetriebe, wir pusten kein CO2 in die Luft, also geht uns das Thema auch nichts an. Wir sichern Risiken für andere ab. Wir sind raus.

Doch ganz so einfach ist die Sache nicht mehr. Die Frage ‚Wie haltet ihr es mit der Nachhaltigkeit?‘ hat auch unsere Branche erreicht. Und unbenommen sind die Einflussmöglichkeiten der Versicherungswirtschaft erheblich. Wir sind mittendrin.

Aus Brüssel prasseln aktuell unzählige Vorschriften und Anforderungen zu mehr Nachhaltigkeit auf Versicherer und Banken nieder. Schon jetzt müssen sie aufwendige Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen. Die R+V macht dies bereits seit 2013 – freiwillig und im Rahmen eines systematischen Nachhaltigkeitsmanagements im gesamten Konzern. Seitdem gibt es auch mich als hauptamtlichen Nachhaltigkeitsbeauftragten.

Und was tut die R+V nun, um die Welt ein wenig besser zu machen?

Wir haben uns viel vorgenommen: Als genossenschaftlicher Versicherer streben wir in puncto Nachhaltigkeit einen Platz in der Spitzengruppe der Branche an. Und wir haben schon einiges erreicht: Unser Papierverbrauch sinkt drastisch, und der Anteil an Recyclingpapier liegt bereits bei 75 Prozent. Aber da geht noch mehr! Unser CO2-Fußabdruck ist um ein gutes Drittel kleiner geworden, denn alle R+V-Gebäude werden schon seit Jahren mit Ökostrom versorgt. Die größten weiteren Potenziale zur CO2-Reduktion liegen in der Mobilität: Hier setzen wir auf Bahn statt Auto oder Flugzeug, auf mehr Elektromobilität statt Verbrenner und auf Skype statt Dienstreisen. Das geht besser als gedacht, wie uns Corona gelehrt hat!

Im internen Geschäftsbetrieb wird die R+V also „grüner“, aber was ist mit unseren Produkten?

Bei Ökostrom und Recyclingpapier ist der Zusammenhang mit Nachhaltigkeit ja recht einfach. Auf der Produktseite ist das manchmal gar nicht so leicht zu beantworten: Wodurch zeichnet sich eigentlich eine nachhaltige Haftpflichtversicherung aus? Unsere größten Hebel sind unsere Produkte und die Kapitalanlage. Unsere Kapitalanleger gehen schon seit Jahren voran: Waffenhersteller, Kohleunternehmen und Spekulationen mit Agrarrohstoffen sind schon lange für Investitionen tabu. Auch hier geht noch mehr – und es kommt auch mehr: Die Kolleginnen und Kollegen im Finanzressort arbeiten intensiv daran, Nachhaltigkeitskriterien und -risiken noch stärker in die Anlageprozesse zu integrieren. Grundlage dafür ist unser Bekenntnis zu den Prinzipien des Global Compact der Vereinten Nationen. Im Sommer 2020 haben wir zudem die Principles for Responsible Investment der Vereinten Nationen unterzeichnet.

Damit haben wir uns verpflichtet, uns für Menschen- und Arbeitsrechte, Chancengleichheit, Umweltschutz und gegen jegliche Form von Korruption einzusetzen. Und wir wollen den Kunden, die Nachhaltigkeit auch in ihren Finanzprodukten wichtig finden, noch mehr Lösungen anbieten: Fahrern von Elektrofahrzeugen bieten wir schon heute höchst attraktive Konditionen. Betreiber von Windrädern und Solaranlagen finden maßgeschneiderte Angebote bei der R+V und auch ihre Rente können Kunden als fondsgebundene Versicherung mit nachhaltigen Fonds unserer Schwester Union Investment abschließen.

Den zukünftigen Generationen einen intakten Planeten zu hinterlassen, geht uns alle an. Die R+V möchte ihren Teil dazu beitragen.

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Eva Kuschfeldt

Redakteurin in der Konzern-Kommunikation, bloggt über eigene Erlebnisse im Unternehmen, Themen der Konzern-Kommunikation und soziale Projekte bei R+V

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