1. Pflegestärkungsgesetz – das ändert sich

1. Pflegestärkungsgesetz – das ändert sich
13. Jan 2015

von Suitbert Monz

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Im Oktober 2014 hat der Bundestag dem ersten Pflegestärkungsgesetz zugestimmt, das umfangreiche Leistungsverbesserungen im Pflegebereich beinhaltet. Diese betreffen sowohl die häusliche Pflege als auch Pflegeeinrichtungen. Im Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen.

Bereits seit 1. Januar 2015 greifen die Verbesserungen. Ein weiteres Pflegestärkungsgesetz ist in Planung, das individuellere Pflegeeinstufungen durch die Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs mit fünf Pflegegraden und für gleiche Leistungen von Pflegebedürftigen im jeweiligen Pflegegrad sorgen soll.

Dynamisierte Leistungen

Mit dem ersten Pflegestärkungsgesetz kam es zum Jahreswechsel 2015 zu Leistungsausweitungen, die sich unter anderem in einer Erhöhung der meisten Leistungsbeträge um 4 Prozent widerspiegeln. So stiegen etwa die Sachleistungen (Pflegeheim/-dienst) in der Pflegestufe III von bisher 1.550 Euro auf 1.612 Euro im Monat.

Verbesserte Kombinationsmöglichkeiten

Da die meisten Pflegebedürftigen so lange wie möglich zu Hause leben wollen und zwei Drittel von ihnen auch tatsächlich ambulant gepflegt werden, gab es im Bereich der häuslichen Pflege Verbesserungen.

Ab jetzt gibt es umfassendere Leistungen in der Kurzzeit- und Verhinderungspflege: Ab dem 01.01.2015 kann der im Kalenderjahr bestehende, noch nicht verbrauchte Leistungsbetrag für Verhinderungspflege auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege maximal verdoppelt werden; parallel können Pflegende auch die Zeit für die Inanspruchnahme von 4 auf bis zu 8 Wochen ausweiten.

Vermehrte Ansprüche für Demenzkranke

Ab sofort besteht die Möglichkeit der teilstationären Tages-, Nacht- sowie Kurzzeitpflege für Personen mit einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz, z. B. wegen Demenz. Darüber hinaus haben sie nun Anspruch auf zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen.

Betreuungsleistungen für Personen mit der „Pflegestufe 0“ gab es schon vor der Einführung des 1. Pflegestärkungsgesetzes. Neu ist jetzt, dass auch Pflegebedürftige ohne eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz diese nun in reduzierten Umfang in Anspruch nehmen können. Seit 01.01.2015 wurden außerdem die zusätzlichen Betreuungsleistungen um die Möglichkeit ergänzt, niedrigschwellige Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen.

Mehr Förderung für Umbauten

Wer sein Heim nachträglich behindertengerecht und barrierefrei umbauen will, profitiert ebenfalls von der neuen Gesetzgebung. 4.000 Euro – also rund 1.500 Euro mehr – gibt es beispielsweise zukünftig für ein barrierefreies Badezimmer. Auch Pflegehilfsmittel werden höher bezuschusst.

Pflegeunterstützungsgeld für Angehörige

Angehörigen steht eine bezahlte Arbeitsfreistellung von bis zu zehn Tagen zu, während denen sie die Pflege von erkrankten Familienmitgliedern regeln können. Für diese Lohnersatzleistung werden 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Umfassendere Heimbetreuung

Durch erhöhte Zuschüsse sollen die Leistungen in Pflegeeinrichtungen verbessert werden. Rund 1 Milliarde Euro sollen die Personalsituation entlasten und die Pflegekräfte von 25.000 auf 45.000 aufstocken.

Weitere Änderungen und Informationen zum Pflegestärkungsgesetz finden Sie im Flyer des Bundesgesundheitsministeriums.

Wenn Sie sich umfassender über die Pflegeversicherung der R+V informieren wollen, besuchen Sie unsere Website.

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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