Quo Vadis Energiewende?

Quo Vadis Energiewende?
18. Mrz 2014

von Dr. Markus Berneiser

0

Erneuerbare Energien sind aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Nahezu täglich werden wir mit Berichten zu Chancen und Risiken, aber auch zu den Kosten der Energiewende konfrontiert. Die Politik hat erkannt, dass ein „weiter so“ nicht funktioniert und plant daher das bisherige Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) zu reformieren. Wir fassen die wesentlichen Fakten der geplanten Energiepolitik zusammen und geben einen Ausblick in die Zukunft der Branche.

Die aktuelle Bundesregierung bestätigt in ihrem EEG-Entwurf den Willen zur Energiewende. Durch eine schnelle und umfangreiche Reform des EEG soll der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien sichergestellt werden und die Kostenexplosion des Strompreises für den Privatverbraucher verlangsamt werden. Bereits zum 1. August 2014 soll das neue Gesetz Inkrafttreten.

Was ändert sich mit der EEG-Reform 2014?

In diesem  Gesetz soll der Anteil regenerativer Energie an der Stromversorgung in Deutschland bis 2025 zwischen 40 – 45% betragen. Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) weist in seinem Positionspapier zur EEG-Novelle 2014 darauf hin, dass die geplante Reform teilweise sogar hinter das Energiekonzept der alten Bundesregierung von 2010 aus der Zeit vor Fukushima zurückfällt. Daher fordert der BEE „die Rückkehr zum EE-Ausbauziel von 45 % des Stromverbrauchs bis 2020“.

Welche Rolle spielen die Energieformen?

Offshore-Windenergie (Windenergie auf See) soll mit einem Anteil von 6,5 Gigawatt installierter Leistung bis 2020 und 15 Gigawatt bis 2030 zur Erreichung des Ausbaukorridors beitragen.

Bei der Onshore-Windenergie (Windenergie an Land) ist ein jährlicher Zubau von bis zu 2,5 Gigawatt geplant. Ein sogenannter „atmender Deckel“ mit der automatischen Anpassung von Fördersätzen soll dafür sorgen, dass der realisierte Ausbau den vorgesehenen Ausbaupfad erreicht.  Im Bereich der Solarenergie wird ebenfalls ein jährlicher Zubau von 2,5 Gigawatt mit einem „atmenden Deckel“ angestrebt.

Bioenergie spielt mit einem jährlichen Zubau von höchstens 0,1 Gigawatt eine untergeordnete Rolle.

Des Weiteren ist eine Strommarktintegration geplant, d. h. im Laufe der Zeit müssen immer mehr Ökostrom-Anlagen (ab dem Jahr 2017 bspw. Anlagen mit einer Leistung von über 100 kW) ihren Strom direkt vermarkten und über die Börse oder andere Abnehmer verkaufen

Die Vergütung wird verringert

Ein weiterer zentraler Punkt der Reform ist die Vergütungsreduzierung. Bisher betrug die Vergütung durchschnittlich 17 Cent je Kilowattstunde für Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen, zukünftig soll sie voraussichtlich auf rund 12 Cent gesenkt werden. Durch die Senkung soll der Anstieg der EEG-Umlage verlangsamt werden und Strom auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Zur Erinnerung: Im Jahr 2014 muss jeder Verbraucher 6,24 Cent je Kilowattstunde an EEG-Umlage zahlen, dies entspricht knapp 220 Euro EEG-Umlage für einen Durchschnittshaushalt im Jahr. Die Verbände der Erneuerbaren Energien halten diesem Vorhaben entgegen, dass die EEG-Umlage falsch konzipiert sei und nur einen geringen Anteil an der tatsächlichen Strompreisentwicklung habe.

Für Altanlagen gilt ein Bestandsschutz, d. h. in der Vergangenheit zugesicherte Vergütungen bleiben unangetastet. Gleiches gilt für bereits getätigte und in der Realisierung befindliche Investitionen

Ausblick

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass durch die geplante EEG-Reform die Energiewende an Fahrt verlieren wird. Nichtsdestotrotz wird der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Strom- und Wärmeerzeugung kontinuierlich weiterwachsen und an Bedeutung gewinnen. Der Ausbau soll sich vor allem auf Onshore-Windanlagen und Photovoltaikanlagen konzentrieren, die derzeit am kostengünstigsten sind.

Die R+V wird sich auch weiterhin im Bereich der Erneuerbaren Energien engagieren. Wir sind der Meinung, dass der Weg zu einer regenerativen Energieerzeugung unausweichlich ist. Was denken Sie, welches Potential haben die Erneuerbaren Energien aus Ihrer Sicht?

Möchten Sie mehr über das R+V KompetenzZentrum Erneuerbare Energien erfahren? Dann besuchen Sie unsere Webseite.

Gastautor: Jan Ackerhans, bis 2018 Mitarbeiter der Abteilung Agrarmarkt und Erneuerbare Energien

Schlagworte
empfehlen
empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentare