Rechtsschutz in Corona-Zeiten: Maskiert hinterm Steuer?

Rechtsschutz in Corona-Zeiten: Maskiert hinterm Steuer?
4. Nov 2020

von Eva Kuschfeldt

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Vom abgesagten Urlaub bis zur Kurzarbeit: Die Corona-Krise wirbelt das Leben durcheinander und verunsichert viele Menschen. Das bekommen auch die Rechtsschutz-Experten der R+V zu spüren.

„Als es mit den ersten Reisewarnungen wegen Corona anfing, kam es bei uns richtig dicke“, erinnert sich Miriam Weidner. Die Juristin und ihre 60 Kollegen aus dem Fachbereich Rechtsschutz Schadenregulierung sind für viele R+V-Kunden mit einer Rechtsschutzversicherung die erste Anlaufstelle, wenn sie juristischen Rat brauchen. Ein Anrufer reihte sich an den nächsten.

Diese Fragen schafft Corona zum Reiserecht

René Wagefeld aus dem Fachbereich Rechtsschutz Betrieb.

Besonders viele Fragen gab es zum Reiserecht. „Beim Vertragsrechtsschutz beobachten wir einen Anstieg von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt René Wagefeld aus dem Fachbereich Rechtsschutz Privatkunden. „Früher kamen unsere Kunden mit Themen wie Baulärm neben dem Hotel oder Schimmel im Ferienappartement“, erzählt Weidner. „Seit dem Frühjahr lautet eine immer wiederkehrende Frage: Was tun, wenn die Fluggesellschaft mir das Geld für einen abgesagten Flug nicht zurückzahlt?“ Manche Kunden wurden vom Auswärtigen Amt aus einem Risikogebiet zurückgeholt. Sie wollen natürlich wissen, ob sie die Kosten für den Heimtransport aus dem Urlaub selbst zu tragen haben.

Rechtliche Beratung dürfen Weidner und ihre Kollegen nicht leisten. Sie ordnen die Anliegen ein und kanalisieren sie: Für den einen Versicherungsnehmer ist dann der Gang zu einer Rechtsanwaltskanzlei der nächste Schritt, dem anderen kann die Anwalts-Hotline am besten helfen. Schon seit Beginn der Pandemie im März gibt es dafür eine spezielle Corona-Hotline.

Geht Infektionsschutz vor Besuchsrecht?

Die Pandemie führt auch in vielen Alltagssituationen zu neuen Regeln – und zu neuen juristischen Fragen. „Im April waren die strikten Kontaktbeschränkungen ein Thema“, berichtet Weidner. „Zwei Freunde haben zufällig einen dritten getroffen und sich kurz unterhalten. Für alle drei wurde ein Bußgeld verhängt. Ist das rechtens?“ Auch die Besuchsverbote in Alten- und Pflegeheimen kamen immer wieder auf: Viele besorgte Angehörige wollen das nicht widerspruchslos hinnehmen und erkundigen sich, ob Infektionsschutz wirklich vor Besuchsrecht geht. Ein eher kurioser Fall: „Ein Kunde hat auf der Heimfahrt vom Einkauf die Gesichtsmaske aufbehalten. Dabei wurde er geblitzt“, erzählt Weidner. Laut Straßenverkehrsordnung ist das ein Verstoß gegen das Vermummungsverbot, dem Fahrer drohte ein Bußgeld.

Miriam Weidner aus dem Fachbereich Rechtsschutz Schadenregulierung.

Erst seit diesem Monat ist die Zahl der Anrufer etwas zurückgegangen. Weidner und ihre Kollegen aus der Schadenregulierung erwarten aber, dass sich das in den kommenden Monaten wieder ändern wird: Bereits heute beobachten sie einen Anstieg bei den Anfragen zum Arbeitsrecht. Hier geht es beispielsweise darum, ob der Arbeitgeber seine Angestellten einfach freistellen darf – und ob sie Gehaltskürzungen hinnehmen müssen. „Viele Menschen machen sich bereits heute Sorgen um ihren Job. Sollte es zu einer Insolvenzwelle und in der Folge zu Kündigungen kommen, benötigen mehr Arbeitnehmer juristischen Beistand und nehmen ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch“, sagt Weidner.

 

Gastbeitrag von Gesa Fritz, Konzern-Kommunikation

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Rechtsschutz in Corona-Zeiten: Maskiert hinterm Steuer?
Eva Kuschfeldt

Redakteurin in der Konzern-Kommunikation, bloggt über eigene Erlebnisse im Unternehmen, Themen der Konzern-Kommunikation und soziale Projekte bei R+V

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