Sabbatical – ein besonderes Arbeitszeitmodell

Sabbatical – ein besonderes Arbeitszeitmodell
1. Okt 2018

von Anna Lena Schwartz

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Viele Arbeitnehmer träumen von einem Sabbatical, aber nur wenige trauen sich, eine längere Auszeit von der Arbeit zu nehmen. Sie fürchten um ihren sicheren Job. Wenn der Arbeitgeber mitmacht, ist der nicht gefährdet.

Eine Weltreise, etwas Neues lernen, einfach mal nichts tun – gute Gründe für ein Sabbatical gibt es genügend. Der englische Begriff hat seinen Wortursprung im Hebräischen und bedeutet übersetzt ‚innehalten‘. In seiner ursprünglichen Bedeutung ist es ein Ruhejahr für das Ackerland. Nach sechsjähriger Bewirtschaftung soll es ein Jahr brach liegen, um sich zu erholen.

Kein Rechtsanspruch aber machbar

Neue Kraft schöpfen: darum geht es letztendlich vielen Menschen, die ein Sabbatjahr nehmen. Das müssen nicht zwangsläufig zwölf Monate sein. Die berufliche Auszeit kann auch länger oder kürzer sein. Üblich ist sie zwischen drei Monaten und einem Jahr. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine längere Freistellung von der Arbeit haben Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst. Außerdem hat die chemische Industrie ein Sabbatical im Tarifvertrag verankert. Es soll dazu beitragen, die beruflichen Anforderungen mit den individuellen Lebensplanungen der Beschäftigten in Einklang zu bringen. Die allermeisten Angestellten in der freien Wirtschaft haben keinen Rechtsanspruch auf eine längere Auszeit, sie brauchen dafür stets die individuelle Einwilligung ihres Arbeitgebers.

Mit und ohne Gehalt möglich

Ein Sabbatical ist ein besonderes Arbeitszeitmodell, das eine längere Freistellung vom Job ermöglicht, ohne ein sicheres Beschäftigungsverhältnis aufzugeben. Grundsätzlich sind zwei unterschiedliche Modelle möglich: unbezahlte Freistellung von der Arbeit oder Ausgleich von Arbeitszeitguthaben. Im ersten Fall geht der Arbeitnehmer nicht zur Arbeit, deshalb zahlt der Arbeitgeber auch kein Gehalt. Theoretisch kann dieser Zustand unbegrenzt fortgeführt werden, was praktisch keinen Sinn macht. Nach vier Wochen wird aus dem tatsächlichen ein ruhendes Arbeitsverhältnis mit der Konsequenz, dass sich der Mitarbeiter selbst kranken- und pflegeversichern und allein die Beiträge zahlen muss. Bei der Renten-und Arbeitslosenversicherung kann er das auf freiwilliger Basis tun.

Geld wird in Tage umgerechnet

Beim Ausgleich von Arbeitszeitguthaben baut der Mitarbeiter vorher geleistete Mehrarbeit ab. Das Gehalt und die Sozialversicherung laufen weiter. In diesem Fall ist es üblich, dass ein Langzeitkonto für den Mitarbeiter eingerichtet wird, auf das Überstunden und nicht genutzte Urlaubstage gebucht sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld in Tage umgerechnet werden. Der Mitarbeiter verzichtet auf das Geld und nimmt dafür lieber frei.

Was geregelt werden sollte

Unabhängig vom Modell sollten Mitarbeiter und Unternehmen unerlässliche Punkte regeln, bevor der Beschäftigte ins Sabbatical geht. Dazu gehören: Wer vertritt ihn und wird der Arbeitsplatz freigehalten oder muss er anschließend eine neue Stelle annehmen? Das sind Fragen, die nicht ad hoc zu klären sind, schon deshalb sollte ein Sabbatical nicht aus einer Laune heraus genommen werden, sondern bedarf für beide Seiten einer gründlichen Planung.

Was vielleicht noch ganz interessant ist zu wissen: Während eines Sabbaticals hat der Mitarbeiter Anspruch auf bezahlten Urlaub. Und er kann gekündigt werden mit denselben Gründen als stünde er in einem aktiven Arbeitsverhältnis.

Bei uns ist eine mehrmonatige Auszeit vom Job möglich. Unsere Kollegin hat ihren lang ersehnten Traum erfüllt und fünf Monate im Ausland verbracht. Im Blog lesen Sie, was Stefanie erlebt hat und wie R+V als Arbeitgeber ihr die Auszeit ermöglicht hat.

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Sabbatical – ein besonderes Arbeitszeitmodell
Anna Lena Schwartz

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Karrierethemen und gibt Einblicke hinter die Kulissen der R+V als Arbeitgeber.

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