Schadenvermittlung einen neuen Sinn geben

Schadenvermittlung einen neuen Sinn geben
20. Okt 2020

von Tabea Chosz

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Wenn die Mitarbeiter des R+V Service Center (RSC) Kfz-Schäden an Dienstleister vermitteln, tun sie viel mehr als nur ihren Job. Dank einer Idee der Abteilung Schadenmanagement.

Es zählt nicht nur jede Sekunde, wenn Dr. Matthias Kuch und seine Kollegen in Karlsruhe mit dem Kindernotarztwagen ausrücken. Denn wenn Kinder durch eine Erkrankung oder einen Unfall zum Notfall werden, gerieten Rettungskräfte und Notärzte oft an ihre Grenzen. Das weiß der Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin aus eigener Erfahrung: „Einsätze mit Kindern machen – zum Glück – nur etwa drei bis vier Prozent aller Einsätze aus. Aber gerade wenn es um ein junges Leben geht, ist das psychisch, emotional und fachlich eine besondere Herausforderung.“ Und es fordert spezielles Equipment.

Derzeit sammelt der Kindernotarztwagen, der ehrenamtlich und nur aus Spenden betrieben wird, für ein neues Beatmungsgerät, mit dem Säuglinge beatmet werden können. „Solch ein Gerät ist leider sehr teuer“, sagt Kuch. Dank des Engagements der Abteilung Schadenmanagement gemeinsam mit den Mitarbeitern des RSC sind sie diesem Ziel nun ein gutes Stück näher. 16.500 Euro konnten an den Kindernotarztwagen überreicht werden – 1.500 vom R+V-Partner Innovation Group, 15.000 generiert aus Blechschäden.

Blechschäden für den guten Zweck

Denn seit Anfang des Jahres verbinden die Mitarbeiter der R+V Service Center in Münster und Karlsruhe ihre tägliche Arbeit mit sozialem Engagement. Bei jeder Vermittlung eines Kfz-Schadens eines Kunden an einen von drei Dienstleistern spendet die Schadenabteilung zehn Euro an den Verein Aktion Kinder-Unfallhilfe oder die R+V STIFTUNG. „Wir arbeiten in einem genossenschaftlichen Verbund“, erklärt Gabriele Schulze aus der Abteilung Schadenmanagement. „Das heißt für uns, auch nach rechts und links zu schauen.“ Gerade bei der Arbeit für einen Versicherer höre man von vielen Schicksalen, die einen sehr berühren.

Martin Meier, Gruppenleiter Schadenmanagement, hatte daher schon länger die Idee, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben. Als er damit schließlich auf Jörg Hänsel, Geschäftsführer der Innovation Group, einem Dienstleister für Kfz-Reparaturen, zuging, war auch dieser Feuer und Flamme. Weitere Partner waren mit den Unternehmen DMS und riparo schnell gefunden.

Projektvorschläge kommen von den Mitarbeitern

Und der Erfolg spricht für sich: „Wir haben schon 170.000 Euro Spenden generiert“, berichtet Meier. „Bis Ende des Jahres rechnen wir mit insgesamt mehr als 250.000 Euro. Das ist großartig!“ „Mit dieser Aktion gelingt es uns, unseren neuen Claim #dubistnichtallein zum Leben zu erwecken“, ergänzt Schulze. „Wir lassen nicht nur unsere Kunden nicht allein, sondern auch diejenigen in der Gesellschaft nicht, die Hilfe benötigen.“ In ihren mittlerweile 34 Jahren bei der R+V habe sie den genossenschaftlichen Gedanken schon immer gelebt, ihn aber noch nie so stark gespürt wie durch dieses Projekt.

©R+V, Weitere 15.000 Euro fließen in die Arbeit der Kinderneurologie-Hilfe Münster, …

©Verkehrswacht Münster e.V. … und zusätzlich 5.000 Euro in die Radfahrerziehung der Verkehrswacht Münster

Und noch etwas Positives bringe die Spendenaktion mit sich, „quasi on top“, sagt Meier. „Die Vermittlungsquoten von Schäden steigen, weil die Kollegen im RSC einen persönlichen Bezug zu jedem Blech- oder Glasschaden haben, den sie vermitteln.“ Denn an welche Projekte und Organisationen die gesammelten Spenden fließen, entscheiden die Mitarbeiter. „Wir sind offen für jeden Vorschlag“, sagt Schulze. Die Aktion Kinder-Unfallhilfe und die R+V Stiftung unterstützen bei der Koordination und der Übergabe der Spenden.

Die Dankbarkeit der Spendenempfänger sei überwältigend, so Schulze. In einer Welt voller Egoismus, Narzissmus und Hass sei es wichtig, wieder mehr miteinander als gegeneinander zu arbeiten, meint Meier. „Wir sind wirklich dankbar und stolz, dass wir ein Stück dazu beitragen können und dass unsere Führungskräfte und die Mitarbeiter des RSC dieses Projekt ermöglichen.“

Die nächsten Spenden sind schon in Planung. Gemeinsam mit der Aktion Kinder-Unfallhilfe sollen weitere „Roter-Ritter-Mobile“ finanziert werden, mit denen Erzieher und Polizisten Kindergartenkinder für den Straßenverkehr fit machen können. Damit Unfälle gar nicht erst passieren. Die R+V-Stiftung hat zudem gerade erst eine Spende an die Tafel in Karlsruhe übergeben. „Dort benötigen sie dringend einen neuen Kühlwagen für den Transport der Lebensmittel für Bedürftige“, sagt Schulze.

„Das tolle ist, es sind alles wirklich großartige Projekte“, ergänzt sie. „An jedes davon würde ich auch privat spenden.“ Vielleicht fühle sich der eine oder die andere inspiriert und schaue auch bei sich in der Nachbarschaft einmal nach rechts und links. Ganz getreu des R+V-Claims: Du bist nicht allein.

Gastbeitrag von Julia Richter, KRAVAG-LOGISTIC Versicherungs-AG

 

 

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