Selbstversuch: Kann man auf Plastik verzichten?

Selbstversuch: Kann man auf Plastik verzichten?
31. Okt 2014

von Suitbert Monz

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Verpackungsmaterial, Einkaufstüten und vieles mehr: Wie im Artikel in der letzten Woche geschildert, begegnet uns Plastik jeden Tag in vielen unterschiedlichen Formen. Immer mehr Projekte und Organisationen setzen sich für ein kunststofffreieres Leben ein, um so die Umweltbelastung zu reduzieren. Aber kann man auf Plastik wirklich verzichten?

Einkauf ohne PlastikErik Rauschkolb und ich wollten es genauer wissen und haben für eine Woche lang den Selbsttest gewagt: Sieben Tage lang haben wir versucht, in unserem Alltag besonders aufmerksam zu sein und Plastik (besonders beim Einkauf) zu vermeiden. Unsere Erkenntnisse haben wir im Beitrag zusammengestellt.

Eine Woche ohne Plastik kann ja nicht so schwer sein, oder? Mit der Baumwolltasche im Gepäck hat sich mein Kollege Erik Rauschkolb auf die Suche gemacht. Leider stellte es sich für ihn als eine echte Herausforderung dar, Lebensmittel ohne Kunststoff-Packung einzukaufen.

Obst und Gemüse ohne Plastik?

Bei Joghurt kann man noch leicht statt dem Plastikbecker die größere Portion im Glas kaufen. Auch bei Obst können Einkäufer darauf achten, es selbst nicht in Plastiktüten zu verpacken. Eine gute Alternative sind da Wochenmärkte, die Obst und Gemüse auch in kleinen Portionen anbieten und es in Papiertüten verpacken.

Viel Plastik beim Discounter

Trauben und Bananen eingeschweißtAls klassischer Discounter-Kunde war es für Erik Rauschkolb besonders interessant auch in dieser Art von Einzelhandel einen möglichst kunststoffarmen Einkauf zu machen. Leider wurde er schnell enttäuscht: Mit Ausnahme von wenigen Produkten gab es im Prinzip gar keine alternativen Verpackungsmaterialen – 95% der Einkäufe waren zum Teil mehrfach mit Kunststoff verpackt (Beispiel: Trauben).

Abseits der Discounter hat er sich die Frage gestellt, welche Unterschiede sich beim Wasserkauf – Kunststoffflasche vs. Glasflasche ergeben. Er kam nach intensiven Vergleich zum Ergebnis, dass der Geschmack fast identisch ist, auch das Gewicht der Flasche sich im Grunde kaum unterscheidet (allerdings der Inhalt) und der Preis pro Liter ebenfalls nur minimale Unterschiede aufweist.

Post: Plastik im BriefkastenPostwurfsendungen

In unserer Testwoche habe ich mein Augenmerk auf Sendungen, die regelmäßig in meinem Briefkasten landen, gelegt. Viele Fachzeitschriften werden in einer Kunststofffolie verpackt geliefert. Man könnte diese Hefte genauso gut in einem festen Papierumschlag versenden! Als Kunde bleibt mir da nur der Weg, das Zeitschriftenabonnement zu kündigen und das Heft im Kiosk selbst zu kaufen, da es hier ohne Plastikhülle in der Auslage liegt.

Regionale Waren im Supermarkt

Meine Einkaufstour führte mich in dieser Woche in einen Supermarkt, der bewusst Waren aus unserer Region anbietet. Diese liegen zwar dann oft in dekorativen Stapel unverpackt in der Auslage, müssen dann aber doch in der Regel in Plastiktüten abgefüllt werden. Einige wenige kreative Ideen habe ich dann aber doch gefunden: Mandarinen in einer hölzernen Kiste, Kartoffel in einer großen Papiertüte oder Äpfel in einem Plastikeimer, den man zuhause später als Putzeimer weiterverwenden kann. Mit etwas Nachdenken lassen sich scheinbar doch Verpackungen einsetzen, die nicht aus Wegwerf-Plastik sind. Ich habe jedenfalls dann die Kartoffeln in der Papiertüte gekauft!

Könnten Sie sich vorstellen, Plastik beim Einkauf zu reduzieren? Berichten Sie uns von Ihrem Erfahrungen im Kommentar.

Weitere Bilder finden Sie in unserem Flickr-Album.

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Autor
Selbstversuch: Kann man auf Plastik verzichten?
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Kommentare

Alexander H. / http://www.privatehaftpflichtversicherungen.net

14:13 03.11.2014

Schöner Selbstversuch. Leider fehlt mir dazu, wie vielen anderen, die Disziplin und die Kraft, dafür Zeit zu investieren.

Markus Berneser

10:51 05.11.2014

Interessanter und aufschlussreicher Versuch. Deckt sich mit meinen Erfahrungen. Schade finde ich insbesondere, dass biologisch erzeugte Waren die Ökobilanz wieder schmälern, indem sie auch in Plastikverpackungen ausgeliefert und präsentiert werden.

Angela Rüdiger / http://www.plastikfrei-kaufen-angela-r.de

01:02 07.01.2015

Dass Sie den Selbstversuch gewagt haben finde ich super. Dadurch werden einem erstmal die Augen geöffnet, wieviel Plastikverpackungen und noch wenig Alternativen es gibt. Da ist Erfindungsgeist gefragt.
Aber Herr Alexander H. sollte, trotz evtl. Zeitmangel, doch den Versuch starten, auf Plastikverpackungen zu verzichten. Viele Dinge, die heute für uns selbstverständlich sind, haben mal im kleinen angefangen.

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