Selbstversuch: Karte oder Bargeld – Wie ist unser Bezahlverhalten?

Selbstversuch: Karte oder Bargeld – Wie ist unser Bezahlverhalten?
28. Mai 2015

von Suitbert Monz

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Wer hätte es gedacht? Die Mehrheit der Deutschen greift beim Bezahlen immer noch am liebsten zu Scheinen und Münzen im Portemonnaie. Erst danach folgen Alternativen wie Kreditkarte und Co. In unserem Artikel in der letzten Woche haben wir die unterschiedlichen Bezahlvarianten bereits gesammelt und neue Trends vorgestellt. Nun wollten wir unser eigenes Verhalten mal genauer betrachten. Wie bezahlen wir, wo wird Geld abgehoben und gehen wir eigentlich noch in die Bank? Unsere Antworten darauf lesen Sie im Beitrag.

Neulich erzählte mir eine Freundin, dass sie auf ihren täglichen Wegen gar nicht mehr an der Bank oder einem Geldautomaten vorbeikommt. Die Konsequenz: Immer häufiger zahlt sie per Karte und ertappt sich dabei, dass sie den Wocheneinkauf auch dafür nutzt, an der Supermarkt-Kasse direkt Geld abzuheben.

Im Gespräch mit meinem Kollegen ist dann schnell aufgefallen, dass jeder so seine eigenen Präferenzen hat, wenn es ums Thema Geld geht.

Das „unangenehme Gefühl“ an der Kasse ist verschwunden

Mein Kollege Erik Rauschkolb zum Beispiel verzichtet immer häufiger auf Bargeld. Gerade beim Einkaufen oder an der Tankstelle ist die EC-Karte zum Bezahlverfahren der Wahl geworden. Das unterschwellige Gefühl, dass man die Kassenschlange durch das bargeldlose Zahlen künstlich „verlängert“ ist mittlerweile komplett verschwunden, auch durch neue EC-Terminals die innerhalb von Sekunden die Bezahlung durchführen. Wo sich bei ihm das elektronische Bezahlen noch nicht durchgesetzt hat, ist z. B. in der Gastronomie oder bei sehr kleinen Beträgen: „Da ist und bleibt es praktischer, mit Bargeld zu zahlen“.

Auffällig sind für Ihn auch die teils großen Unterschiede im Umgang mit modernen Bezahlverfahren im Ausland: In den USA ist das bargeldlose Zahlen schon lange völlig „normal“, schon vor über 10 Jahren hatte er sich über den sehr entspannten Einsatz von Schecks selbst bei Kleinstbeträgen im täglichen Leben gewundert. Auch in Frankreich hat z.B. die Kreditkarte in das tägliche Leben Einzug gehalten: Fahrkarten- und Parkautomaten oder die bekannten Mautstationen auf der Autobahn lassen sich, teils sogar ohne Pin-Eingabe, mit der Kreditkarte problemlos nutzen.

Taschengeld in der Familie

Ich möchte zum Thema „Bezahlen“ gerne mal die Frage der Auszahlung des Taschengeldes an die eigenen Kinder Revue passieren lassen.

Zu Beginn, als die Kinder noch jung waren, gab es das Taschengeld natürlich in bar und zwar an jedem Wochenende. Im Fokus stand das Erlernen des ersten Umgangs mit Münzen und Scheinen. Irgendwann kam dann das erste Giro-Konto und da waren dann auch Omas und Tanten froh dem Kind bargeldlos eine Unterstützung zukommen zu lassen. In der Berufsausbildung schließlich war das Girokonto schon eine Normalität geworden.

Heute jedoch beobachte ich, dass andere Faktoren wieder an Bedeutung gewinnen: es geht nun eher um die Schnelligkeit und die Einfachheit des Bezahlens! Das Geld muss sofort zur Verfügung stehen und transferiert werden, sei es zum eigenen Einkauf von Waren oder als Notreserve von den Eltern. Und dies mache ich heute über eine aktuelle Bezahl-App über das Smartphone, die das Geld innerhalb von Sekunden zum Empfänger weiterleitet.

Wie ist es bei Ihnen: Gehören Sie zu den Bargeldzahlern oder nutzen Sie sogar hauptsächlich das Smartphone? Teilen Sie uns Ihre persönliche Sicht in den Kommentaren mit.

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Selbstversuch: Karte oder Bargeld – Wie ist unser Bezahlverhalten?
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Kommentare

Marc-Oliver Schaake / https://mos1969.wordpress.com/

16:01 28.05.2015

Ich zahle seit Jahren so gut wie nichts mehr bar und sortiere Händler und Gastronomen bewusst aus.

Bei meiner ersten Polen-Reise in 2009 habe ich Paypass kennengelernt. Meine Payback maestro-Karte unterstützte dies, obwohl es zu der Zeit in Deutschland vielleicht dreißig Einsatzorte gab. Das kontaktlose Bezahlen ist eine feine Sache und bei entsprechenden Einstellungen der Bezahlterminals auch offline in Sekundenbruchteilen erfolgt. Wenn nicht wieder eine nicht informierte Kassenkraft mit mir darüber diskutieren möchte, wieso ich mich weigere zusätzlich auf der Rückseite die ELV Ermächtigung zu unterschreiben.

Im Inland verwende ich meistens Maestro oder die girocard meiner Hausbank, da die PIN Eingabe schneller funktioniert als das Unterschreiben bei den Chargecards von MASTERCARD oder Visa. Wieso hier die meisten Banken die CVM List nicht ändern? Ich weiss es nicht!

Mir ist auch kein Betrag zu gering. Egal ob 70 Cent kontaktlos am Sanifair WC oder für 2,80 ein Kaffee bei Starbucks.

Meine Barabhebungen im Inland haben sich auf 20-30€ im Monat reduziert.

Wenn im Büro gemeinsam online Pizza bestellt wird, so zahlt der Besteller per PayPal und die Anderen überweisen kostenlos ihren Anteil ebenfalls per PayPal.

    Selbstversuch: Karte oder Bargeld – Wie ist unser Bezahlverhalten? Suitbert Monz

    16:21 28.05.2015

    Hallo Herr Schaake,

    danke für das ausführliche Feedback! Es ist spannend zu beobachten, wie die Bezahlung mit Bargeld in vielen Bereichen abnimmt.
    Viele Grüße,
    Suitbert Monz