Sicher unterwegs – Was Sie über Kindersitze wissen müssen

Sicher unterwegs – Was Sie über Kindersitze wissen müssen
2. Jun 2015

von Monika Hochscheid

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Beim Autofahren brauchen Kinder einen Kindersitz. Das steht außer Frage. Doch welcher Sitz ist der richtige für welches Alter? Und wie sitzen die Kinder nicht nur sicher, sondern fühlen sich dabei auch wohl – gerade auf langen Touren? Hat Nele mit ihren drei Jahren andere Bedürfnisse als ihr achtjähriger Bruder Finn? Und rollt Baby Mila im Auto nicht am behütetsten durch die Stadt, wenn ihre Mutter sie dabei gut im Auge hat?

Für Mila ist die Antwort klar. Sie fährt am sichersten in der Babyschale. So heißen die Kindersitze der Klasse 0 und 0+ für die Kleinsten bis 13 Kilo Gewicht. Babyschalen werden entgegen der Fahrtrichtung im Auto befestigt. So werden Kopf und die empfindliche Halswirbelsäule im Falle eines Auffahrunfalls am besten geschützt.

Aus dem gleichen Grund geht der Trend mittlerweile zu Reboard-Sitzen, also rückwärtsgerichteten Kindersitzen, für bis zu Vierjährige. Auch für Nele bedeutet während der Fahrt der Blick aus dem Heckfenster mehr Sicherheit.

Welche Kindersitze für welches Alter?

Generell lassen sich Kindersitze in fünf Klassen nach dem Gewicht unterteilen. Neben den Babyschalen (Klasse 0 und 0+) sind dies die Kindersitze der Klassen I, II und III.

Sitze der Klasse I (9-18 kg) in Fahrtrichtung mit dem Dreipunktgurt befestigt, die Kinder wie in den Babyschalen mit dem Hosenträgergurt angeschnallt. Manche der Sitze haben Fangkörper vor dem Bauch- und Brustbereich des Kindes integriert, die bei einem Unfall die Schleuderbewegung besser auffangen und damit Hals- und Wirbelsäule entlasten. Die Sitze sind schwer, damit die Gurte im Fall eines Aufpralls auch auslösen.

Die Kindersitze der Klassen II und III (15-36 kg) sind dagegen leicht. Kind und Sitz werden mit dem Dreipunktgurt angeschnallt. Gurtführer im Kopf- und Beckenbereich sorgen dafür, dass das Kind sicher gehalten wird und der Gurt nicht am Hals aufliegt.

Die besten Sitze haben eine Rückenlehne mit höhenverstellbarer Kopfstütze und bieten möglichst viel Seitenaufprallschutz. Auch wenn Finn am liebsten wie ein Großer ohne Rückenlehne unterwegs wäre, diese bleibt Pflicht bis er ein 1,50 Meter groß ist, damit der Gurt immer optimal sitzt.

Wo ist der sicherste Platz für Kinder im Auto?

Alle drei Kinder sind in der hinteren Sitzreihe am besten untergebracht. Hier gibt es kein Problem mit dem Airbag und die Türen verfügen über Kindersicherungen. Auf der Rückbank können die meisten Kindersitze auch mit dem ins Auto integrierten sehr sicheren Befestigungssystem Isofix verankert werden. Fahren die Kinder doch einmal auf dem Beifahrersitz mit, sollte dieser möglichst weit nach hinten geschoben werden. Ist das Baby in der Sitzschale vorne mit dabei, dann muss unbedingt der Beifahrer-Airbag ausgeschaltet werden. Kinder können von dem explodierenden Airbag sonst schwer verletzt werden.

Am besten die Eltern nehmen die Kinder mit zum Kindersitzkauf. Dann können sie gemeinsam die richtige Größe auswählen, die Sitze gleich im Auto testen und der Verkäufer kann ihnen genau erklären, wie diese richtig montiert werden

Weitere Fragen zum Thema Kindersitze klärt unser Kfz-Experte Andreas Lind im Video.

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Sicher unterwegs – Was Sie über Kindersitze wissen müssen
Monika Hochscheid

Abteilung Kraftfahrt-Betrieb, Gruppe Qualitäts-, Prozess-, Projektmanagement; bloggt über spezifische Fragestellungen zur Kfz-Versicherung

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Kommentare

Manu / http://Sicherunterwegs

13:40 02.06.2015

Leider passen viele Rückenlehnen der Kindersitze der Klasse II und III nicht bis zu einer Körpergröße von 150 cm. Bei unserem ist bei ca. 143 cm Schluss. Allerdings ist meine Tochter auch eher ein Sitzriese. Da bleibt dann nur noch die Sitzerhöhungen übrig.

    Sicher unterwegs – Was Sie über Kindersitze wissen müssen Suitbert Monz

    16:06 03.06.2015

    Hallo Manu,
    danke für die Ergänzung! Sie haben recht, nicht für alle Kinder sind diese Normgrößen sinnvoll, es ist aber gut, dass Sie trotzdem eine gute Lösung gefunden haben.

    Viele Grüße,
    Suitbert Monz

Miriam

00:07 07.06.2015

Ich finde es eigenartig dass Kinder bis 1,50m einen Kindersitz benutzen sollen und Erwachsene, die 1,52 m groß sind sich mit diesen Gurten, die am Hals scheuern, rumärgern müssen. Vielleicht sollte man diese ganze Autoindustrie mal überdenken…. Ich würde auch gerne so sicher sitzen wie meine Kinder, aber leider ist das in den meisten Autos nicht möglich.

Patricia

09:59 08.06.2015

Leider hatten wir das Problem, dass unser Sohn ein wenig kräftiger gebaut ist und die oberste Gewichtsgrenze bereits lange überschritten hatte, bevor er 1,50 m groß oder 12 Jahre alt war. Es gibt auch nur wenig Sitze die wirklich eine Rückenlehne haben in denen das Kind bis zu 1,50 m passt. Die Sitzschalen mit den Hörnern an den Seiten, engen kräftige Kinder sehr ein. Die Sitzerhöhungen aus Styropor halten das Gewicht nicht aus und brechen schnell durch. Wir haben also letztes Jahr nochmal einen neuen Sitz gesucht, wo er mit 10 Jahren, einer Körpergröße von 1,45 m und einem Gewicht von Ca. 45 kg auch noch sicher mitfährt. Es gab ein Modell bei dem alles passte (außer die „zugelassene“ Gewichtsklasse). Wäre interessant, was die Versicherung im Falle eines Unfalls dazu sagen würde. Jetzt mit 11,5 Jahren ist er froh, die Marke von 1,50 m geschafft zu haben und ohne Sitz mitfahren zu können. Ich als Mutter würde mir für ihn jedoch noch weiterhin mehr Sicherheit wünschen.
Vielleicht gibt es für Sie als Versicherung andere Möglichkeiten auf die Hersteller einzuwirken, sodass sich dort etwas ändern kann, auch wenn es für uns jetzt nicht mehr relevant ist. Aber wir sind ja kein Einzelfall.

    Sicher unterwegs – Was Sie über Kindersitze wissen müssen Suitbert Monz

    07:54 11.06.2015

    Danke, dass Sie uns Ihre Erfahrungen mitteilen, Patricia und Miriam! Die Hersteller gehen meist von einer Norm aus, die aber nicht für jedes Kind gleich gut passt.
    Viele Grüße, Suitbert Monz

Markus Broeker / http://www.reboarder-test.de

07:50 18.08.2015

Schön, dass hier auf den vermehrten Einsatz der Reboarder auch für ältere Kinder hingewiesen wird. Ich hoffe, dass diese Sitze zur Erhöhung der Sicherheit der Kinder endlich zur Norm werden.

Abschied in die Weihnachtspause - R+V BlogR+V Blog / http://www.ruv-blog.de/abschied-die-weihnachtspause/

12:16 22.12.2015

[…] den beliebtesten Artikeln des Jahres gehören übrigens Kfz-Themen wie der Schadenfreiheitsrabatt, Kindersitze oder das Eiskratzen im Winter. Aber auch Artikel wie Versicherungen in der Steuererklärung oder […]

Chris / http://www.kindersitzreboard.de

14:48 30.12.2015

Gerade Reboarder haben leider einen sehr hohen Preis – da stockt einem fast der Atem. Daher finde ich, dass es nicht immer das absolut neueste Modell sein muss, eine hervorragender Kindersitz kann auch gebraucht noch eine hohe Sicherheit bieten.
Oder aber, man nimmt den hohen Anschaffungspreis in kauf und profitiert anschließend von den guten Gebrauchtpreisen, wenn man den Kindersitz später mit geringem Verlust wieder verkaufen kann.

Carsten / http://www.kindersitzerhoehungtest.net/

17:18 14.02.2017

Mein Kleiner hat aber schon den Babysafe gehasst, er hat fast nur gebrüllt im Auto. Er ließ sich kaum beruhigen, außer wenn er vorne sitzen konnte und mich sehen. Das ging aber nur im Auto meines Mannes, bei meinem Opel ließ sich der BeifahrerAirbag nicht abnschalten. Ich fuhr also nur wenns unvermeidbar war mit dem Auto. Es machte mich nervös, wenn er hinten brüllte, ich fuhr dann bestimmt auch sehr unkonzentriert. Und das ist woh noch gefährlicher als ein nach vorne gerichteter Sitz. Dann probbierten wir den größeren sitz, und siehe da, seit dem liebt er Autofahren. Das muss ahlt jeder selbst ausprobieren. Und wie schon gesagt wurde, der Platz im Auto spielt auch eine große Rolle.

    Sicher unterwegs – Was Sie über Kindersitze wissen müssen Suitbert Monz

    12:27 17.02.2017

    Hallo Carsten,

    danke, dass Sie uns Ihre Erfahrungen schildern. Sie haben recht, dass das Kind sich wohlfühlt, spielt natürlich auch eine große Rolle.
    Viele Grüße, Suitbert Monz