Sicherheit in der Landwirtschaft: Wie lassen sich Gefahren auf dem Hof vermeiden?

Sicherheit in der Landwirtschaft: Wie lassen sich Gefahren auf dem Hof vermeiden?
28. Mai 2014

von Dr. Markus Berneiser

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Wer in der Landwirtschaft tätig ist, hat sehr vielfältige Aufgaben: Landwirte arbeiten mit Tieren und Pflanzen – meist in Verbindung mit Technik. Dadurch sind sie verschiedenen Unfallgefahren ausgesetzt. Wir zeigen beispielhaft, wo Gefahren lauern und wie sich Unfälle gezielt vermeiden lassen.

Der Landwirtschaftssektor ist ein großer Arbeitgeber. In Deutschland gibt es ca. 285.000 landwirtschaftliche Betriebe, in denen  rund 1 Million Menschen beschäftigt sind. Die Gefahr, einen Arbeitsunfall zu erleiden, ist in der Landwirtschaft besonders hoch.

Nach Angaben der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft wurden im Jahr 2012 je 1.000 Vollbeschäftigte 72 Arbeitsunfälle gemeldet – das ist der Spitzenwert aller gewerblichen Wirtschaftszweige. Die meisten Unfälle passieren in der Tierhaltung, gefolgt von Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten und Wartungsarbeiten an Maschinen und Geräten.

Arbeitssicherheit ist deshalb in der Landwirtschaft besonders wichtig. Wir haben einige Tipps zusammengestellt, wie sich Gefahren vermeiden lassen.

Achtsam mit Tieren umgehen

200282385-001Wer selbst Vieh hält, kennt die Situation. Beim Verladen von Rindern und Schweinen steigt der Stresspegel der Tiere sprunghaft an. Arbeiten Sie nicht alleine und verwenden Sie Hilfen (z.B. Treibbrett). Tragen Sie beim Umgang mit den Tieren immer Sicherheitsschuhe oder -stiefel.

Schrecksituationen sollte man vermeiden: Sprechen Sie die Tiere rechtzeitig an und gehen Sie ruhig und besonnen mit ihnen um. Im Stall sollte man darauf achten, die Gänge von Werkzeugen und Arbeitsgeräten freizuhalten, damit es keine Stolperfallen gibt.

Stürze vermeiden

Von Dacharbeiten über die Obsternte bis zum Baumschnitt: Im laufenden Betrieb sind häufig Arbeiten in luftiger Höhe notwendig. Verwenden Sie nur sichere und ordnungsgemäße Leitern. Eine sinnvolle Alternative: Landwirte können Arbeitsplattformen oder -körbe nutzen. Eingesetzt in den Frontlader des Schleppers können Sie sich schnell auf Arbeitshöhe bringen und haben gleichzeitig die Hände frei. Bei regelmäßigen Wegen kann es auch sinnvoll sein, eine Treppe anzubringen.

Gefahrstoffe vorsichtig einsetzen

Durch den Einsatz von Pflanzenschutz-, Dünge-, und Desinfektionsmitteln sowie anderen Chemikalien sind Landwirte am Arbeitsplatz häufig mit Gefahrstoffen umgeben. Damit es nicht zu Verätzungen oder Vergiftungen kommt, sollten Landwirte bei der Arbeit unbedingt Schutzkleidung und Handschute tragen.

Zusätzlich müssen Sie darauf achten, die Gefahrstoffe entsprechend zu kennzeichnen und den Zugang zu Ihren Lagerorten (Gefahrstoffschrank oder Gefahrstoffraum) zu begrenzen. Das gilt besonders dann, wenn Kinder auf dem Hof leben.

Staubbelastung minimieren

Einige Landwirte leiden an Atemwegserkrankungen. Vor allem im Stall kann die Staubbelastung besonders hoch sein.  Das dauerhafte Einatmen von Staub kann Allergien auslösen und chronische Krankheiten wie Bronchitis verursachen.

Um die Staubanteile in der Luft zu reduzieren, sollte man auf eine gute Belüftung im Stall achten. Bei einigen Arbeiten empfiehlt es sich zudem, eine Atemschutzmaske zu tragen. Zur räumlichen Trennung zwischen Stall- und anderen Betriebsgebäuden eignen sich Schleusen, die die Verschleppung von Staub und Schmutz vermeiden.

Rückenproblemen vorbeugen

Fehlbelastungen, Bewegungsmangel, monotone Tätigkeiten aber auch Stress und Leistungsdruck verursachen Rückenschmerzen. Denken Sie beim Heben und Tragen an die richtige Haltung, verwenden Sie wenn möglich Hebe- und Transporthilfen. Zudem ist es empfehlenswert, zum Ausgleich Sport zu treiben und gezielt Rückengymnastik zu machen.

Welche Maßnahmen haben Sie im Betrieb schon umgesetzt? Erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen.

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