Sommerzeit auf dem Balkon – Was ist erlaubt?

Sommerzeit auf dem Balkon – Was ist erlaubt?
16. Jul 2015

von Suitbert Monz

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Der Balkon ist für viele der Rückzugsort an den warmen Tagen. Insbesondere, wer in der Stadt wohnt oder bei wechselhaftem Wetter nicht riskieren will, im Grünen nass zu werden, greift gern auf den Balkon zurück. Doch welche Tätigkeiten sind dort wann erlaubt?

Hierüber gehen die Meinungen auseinander. Unterschiedliche Gerichte haben unterschiedliche Ansichten über Länge, Uhrzeit und Lärmpegel von Grillpartys und Co. Doch auch das Rauchen kann mittlerweile gesetzlich eingeschränkt werden.

Grillen auf dem Balkon

Grundsätzlich ist das Grillen auf Balkon und Terrasse erlaubt. Hiervon gibt es allerdings zwei Ausnahmen: Zum einen kann der Vermieter das Grillen im Mietvertrag vollständig verbieten. Dann greift auch die allgemeine Grillerlaubnis nicht mehr. Wer sich nicht daran hält, muss mit Abmahnungen oder Kündigungen rechnen.

Darüber hinaus Mieter nicht grillen, wenn dies maßgeblich die Nachbarn beeinträchtigt – also beispielsweise dann, wenn der Rauch in die benachbarten Wohnungen zieht. Für den Lärmpegel gilt dasselbe: Solange die Nachbarn sich nicht gestört fühlen, sind Musik und Kinderlärm kein Problem.

Zu der Frage, wie oft und wie lange gegrillt werden kann, gibt es unterschiedliche Meinungen. Laut dem Gericht Bonn ist dies ein Mal monatlich von April bis September gestattet. Großzügiger fiel das Urteil in Oldenburg aus: Grillen ist an jedem Abend bis 22 Uhr gestattet, vier Mal im Jahr auch bis 24 Uhr. Insgesamt sollte man die Urteile aber als Richtwerte betrachten.

Rauchen auf dem Balkon

Zwar kommt es vor, dass Nachbarn Klage einreichen und teilweise Recht bekommen, wenn ein Mieter zu exzessiv auf dem Balkon raucht. Das Rauchen kann aber per se ebenso wenig verboten werden wie das Grillen, da es unter das Grundrecht der geschützten Freiheit der Lebensführung fällt. Dennoch hat auch diese Freiheit dort ihre Grenzen, wo die des Nachbarn anfängt.

Rücksicht auf Nachbarn nehmen

Schlussendlich gilt also: Wer aufeinander Rücksicht nimmt, mit seinen Nachbarn spricht und versucht, sich im Guten zu einigen, kann ärgerliche Gerichtsprozesse vermeiden. Dies ist umso ratsamer, als dass die rechtliche Grauzone sehr breit ist und sich Prozesse daher hinziehen können.

Wie sind Streitfälle versichert?

Streitigkeiten als Eigentümer oder Mieter einer Immobilie sind über den Baustein Immobilien Rechtsschutz einer privaten Rechtsschutzversicherung abgedeckt. Ist der Kunde selbst der Vermieter und möchte gegen ein unerlaubtes Grillen seiner Mieter vorgehen, benötigt er allerdings den Vermieter-Rechtsschutz.

In einem nachbarschaftlichen Verhältnis kann zudem die Mediation eine sinnvolle Lösung sein. Durch die Allparteilichkeit des Mediators ist seine Neutralität gewahrt und die Parteien finden gemeinsam eine dauerhafte Einigung.

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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