Welche Versicherungen kann man in der Steuererklärung angeben?

Welche Versicherungen kann man in der Steuererklärung angeben?
21. Apr 2015

von Suitbert Monz

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Bald ist es wieder so weit: Am 31. Mai läuft die Frist zur Abgabe der Steuererklärung ab. Es lohnt sich daher, sich noch einmal mit der Frage auseinanderzusetzen, wo Arbeitnehmer eventuell noch Steuern einsparen können.

Von der Handwerkerrechnung bis zum Arbeitsweg: Viele Berufstätige wissen, welche Posten sie in der Steuererklärung angeben müssen. Aber auch in Bezug auf Versicherungen gibt es Möglichkeiten, die Ausgaben abzusetzen, um so die Steuerfestsetzung zu mindern. Neben dem vollständigen Abzug der Beiträge zur Kranken¹- und Pflegeversicherung gibt es noch eine Reihe weiterer grundsätzlich absetzbarer Versicherungsbeiträge. Das gilt sowohl für privat als auch beruflich veranlasste Versicherungspolicen.

Aufwendungen zur Altersvorsorge

Diese Aufwendungen beziehen sich auf Beiträge, die für eine private Basisrentenversicherung bzw. die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt wurden. Die Maximalhöhe, damit die Beiträge anerkannt werden, liegt für Ledige bei 20.000 EUR und für Verheiratete bei 40.000 EUR.

Die steuerliche Absetzung erfolgt derzeit noch nicht im vollen Umfang. 2014 beträgt der steuerliche Abzug für Beiträge zu einer privaten Basisrentenversicherung 78% und zur gesetzlichen Rentenversicherung 56%.

Private Risikovorsorge

Sofern die Beiträge zur Kranken¹- und Pflegeversicherung den jeweiligen Höchstbetrag von 1.900 EUR für sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer bzw. 2.800 EUR für Selbständige unterschreiten, können weitere Beiträge zu Versicherungen der privaten Risikovorsorge steuerlich geltend gemacht werden.

Dazu gehören zum Beispiel die Krankentagegeld-, die Krankenzusatz-, die Pflegezusatz-, die Unfall-, die Berufsunfähigkeits- und die Risikolebensversicherung sowie steuerbegünstigte Kapitallebens- bzw. Rentenversicherungen, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden.

Versicherung für Kinder

Es ist möglich, Beiträge zu Versicherungen wie Pflege- und Unfallversicherung für Kinder abzusetzen, sofern man selbst der Versicherungsnehmer ist. Für den steuerlichen Abzug von für Kinder gezahlte Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung kommt es darauf an, ob ein Anspruch auf Kindergeld besteht oder nicht. Ist dies der Fall und ist man selbst der Versicherungsnehmer, dann können die Beiträge als Sonderausgaben abgesetzt werden. Das gilt auch dann, wenn das Kind Versicherungsnehmer ist.

Besteht ein Kindergeldanspruch nicht, ist ein steuerlicher Abzug des Beitrags nur gegeben, wenn man selbst Versicherungsnehmer ist und das Kind im eigenen Vertrag mitversichert wird. Die selbst gezahlten Beiträge können steuerlich nicht geltend gemacht werden, wenn das Kind als Versicherungsnehmer agiert und kein Anspruch auf Kindergeld besteht.

Haftpflichtversicherung

Die Beiträge zu einer Kfz-Haftpflicht- und Privathaftpflichtversicherung können dem Grunde nach steuerlich abgezogen werden. Ein Abzug ist allerdings nur gegeben, wenn die Höchstbeträge von 1.900 EUR bzw. 2.800 EUR (s. oben) durch andere Versicherungsbeiträge noch nicht ausgeschöpft sind. Bei Kombination von Kfz-Haftpflicht- mit einer Kaskoversicherung sind die auf die Kaskoversicherung entfallenden Beitragsanteile steuerlich allerdings nicht absetzbar.

Rechtsschutzversicherung

Die Beiträge zu einer Rechtsschutzversicherung gehören nicht wie die Beiträge der vorgenannten Versicherungen zu den Sonderausgaben. Ein steuerlicher Abzug der Beiträge ist dennoch möglich. Werden mit der Rechtsschutzversicherung ausschließlich berufliche Risiken abgedeckt (Arbeitsrechtsschutz), bilden die Beiträge Werbungskosten. Erfolgt mit der Rechtsschutzversicherung die Abdeckung sowohl privater als auch beruflicher Risiken, ist eine Aufteilung des Beitrages erforderlich.

¹ soweit die Krankenversicherung dem Basisschutz dient

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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