Stress im Alltag: gesellschaftliches Massenphänomen

Stress im Alltag: gesellschaftliches Massenphänomen
27. Aug 2015

von Rebecka Berndt

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Einer Studie zufolge leidet jeder fünfte Deutsche an Stress. Tagsüber an der Karriere arbeiten, abends steht die Familie auf dem Programm und zwischendurch noch an sich selbst denken. Hört sich stressig an… Früher galt Stress als Lebensretter. Aber hätte heute noch jemand eine Chance, gegen einen Säbelzahntiger anzukommen? Früher war Stress überlebensnotwendig, denn der Körper musste blitzschnell reagieren und sich bei Gefahr auf Kampf oder Flucht vorbereiten. Nur was ist aus dem heutigen Stress geworden?

Stress wird aufgeteilt in positiven und negativen Stress

Der positive Stress wird auch Eustress genannt. Dieser fördert die Motivation und Leistungsfähigkeit des Körpers und erhöht die Aufmerksamkeit, ohne zu schaden. Puls und Blutdruck steigen, die Atmung geht schneller, Muskeln spannen sich an – der menschliche Körper läuft zur Höchstform auf. Die Grundvoraussetzung für einen Kampf in freier Wildnis ist also gegeben.

Aber es gibt auch den negativen Stress, Distress, der dann auftritt, wenn der Körper Dauerstress ausgesetzt ist, ohne einen Ausgleich zu erhalten. Dieser Stress wird als überfordernd wahrgenommen. Die gute Reaktion, die durch Stress hervorgerufen wird, die Lebensretterin der Urzeitmenschen, ist keine gute mehr, wenn sie immer da ist.

Stresstest der R+V 

Mitte Juli fand der sogenannte Stress-Pilot der R+V statt. In Zusammenarbeit mit der R+V BKK konnten in Wiesbaden 150 Termine für unsere Mitarbeiter angeboten werden.

Wie wurde was genau gemessen?

Mit einem Ohrclip wurde die Herzratenvariabilität gemessen, also die Variabilität der zeitlichen Abstände zwischen den Herzschlägen. Ein gesundes Herz schlägt im Ruhezustand nicht regelmäßig, die Frequenz schwankt von Herzschlag zu Herzschlag.

Das bedeutet: es ist gesünder, wenn das Herz ungleichmäßig schlägt. Der Mensch muss sich an unterschiedliche Umstände anpassen, wenn das Herz also gleichmäßig schlagen würde, wäre es von Nachteil.

Stellen wir uns einmal folgende Situation vor: Der Mensch befindet sich in einer aktiven Phase und bereitet sich gerade auf einen Vortrag vor, er ist aufgeregt und das Herz schlägt schneller, da in dieser Situation mehr Blut zum Gehirn und zu den Muskeln transportiert werden muss. In der Ruhephase schlägt das Herz langsamer, damit eine Entspannung eintreten kann. Das Herz muss also variabel schlagen, um sich den unterschiedlichsten Umständen anzupassen.

Beim Einatmen verengen sich unsere Blutgefäße und es kommt zu einem Blutdruckabfall, der Herzschlag wird erhöht. Beim Ausatmen wiederrum weiten sich unsere Blutgefäße und der Blutdruck steigt an. Die Herzratenvariabilitätsmessung misst, wie gut ein Mensch die Herzrate über die Atmung beeinflussen kann bzw. wie gut er in der Lage ist, sich durch die Atmung zu entspannen.

Was hilft bei der Entspannung?

Ein grundlegendes Rezept zur Entspannung gibt es nicht, jeder Mensch reagiert anders und muss sich seine individuellen Übungen raussuchen – Möglichkeiten sind zum Beispiel eine Stunde Joga, progressive Muskelentspannung, Autogenes Training oder verschiedene Atmungsübungen. Jeder sollte sich sein eigenes Rezept zur Entspannung machen, um jeden Tag frisch und motiviert in den Tag steigen zu können und abends stressfrei zu enden.

Wie entspannen Sie sich nach einem stressigen Arbeitstag? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen in den Kommentaren.

Gastbeitrag von Lisa Emmerich, Praktikantin im betrieblichen Gesundheitsmanagement

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Stress im Alltag: gesellschaftliches Massenphänomen
Rebecka Berndt

Mitarbeiterin Personalmarketing der R+V. Bloggt zu Themen rund um das Arbeitsleben und die Karrieremöglichkeiten im Außendienst bei R+V.

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