R+V-Studie zeigt: Deutsche haben große Angst vor Bedrohungen von außen

3. Sep 2015

von Anja Schmidt-von Rhein

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Diskussionen um die Euro-Schuldenkrise und einen möglichen Grexit, erschütternde Bilder von Flüchtlingsdramen und Terrorangriffen, Verwüstungen durch Stürme und Starkregen: Welchen Einfluss haben die Themen und Ereignisse des Jahres 2015 auf die Ängste der Deutschen? Antworten gibt die repräsentative Studie „Die Ängste der Deutschen 2015“.

2.400 Bürger befragt das R+V-Infocenter dafür in persönlichen Interviews nach ihren größten wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Ängsten – und das schon seit 24 Jahren. Die größte Angst 2015: 64 Prozent der Deutschen befürchten, dass sie für die hohen Kosten der EU-Schuldenkrise zur Kasse gebeten werden.

Zuwanderung macht vielen Deutschen Angst

Ängste der Deutschen - Zuwanderung und TerrorDoch nicht nur die EU-Schuldenkrise ängstigt die Deutschen in diesem Jahr. Im Fokus steht auch ein weiteres Thema, das momentan die Medien beherrscht: Jeder zweite Bundesbürger fürchtet sich vor Konflikten durch Zuwanderung und vor politischem Extremismus. Hunderttausende Menschen fliehen aus Ländern wie Syrien, Eritrea oder Afghanistan vor Krieg, politischer Verfolgung und Hunger. Der größte Flüchtlingsstrom seit dem zweiten Weltkrieg löst bei vielen Bundesbürgern Ängste aus. Fast jeder zweite Befragte (49 Prozent) hat Angst vor Konflikten durch den weiteren Zuzug von Ausländern. Außerdem sorgt sich die Hälfte der Befragten (50 Prozent) davor, dass die stark zunehmende Zahl von Asylbewerbern Deutschlands Bürger und seine Behörden überfordert.

Angst vor Terror und Krieg stark gestiegen

Den stärksten Anstieg im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichnet die R+V-Langzeitstudie 2015 bei der Angst vor Terror. Diese Angst ist um 13 Prozentpunkten gestiegen und erreicht mit 52 Prozent einen der höchsten Werte der vergangenen 20 Jahre. Auch die Furcht vor Krieg ist wieder stärker in den Köpfen vieler Deutscher (41 Prozent, Vorjahr 35 Prozent). „Für die Deutschen mit ihrer pazifistischen Grundstimmung sind Terror und Krieg besonders furchterregend“, so Professor Dr. Manfred G. Schmidt. Der Politologe der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg begleitet die R+V- Umfrage seit Jahren als wissenschaftlicher Berater. Insgesamt kann man sagen: Aktuelle Bedrohungen und Herausforderungen, die von außen auf uns zukommen, lösen in diesem Jahr sehr große Ängste aus. Dazu gehört auch die Furcht vor Naturkatastrophen (53 Prozent).

Entspannung bei wirtschaftlichen Sorgen

Ängste der Deutschen - WirtschaftAlles in allem sind die Deutschen jedoch erstaunlich entspannt. Die Ängste vor einer Wirtschaftsflaute oder vor Arbeitslosigkeit – vor 10 Jahren noch Top-Themen der Deutschen – sind heute geringer als je zuvor. Erstaunlich: Die seit über zwei Jahrzehnten konstant große Furcht vor steigenden Lebenshaltungskosten ist um 10 Prozentpunkte abgesackt – mehr als jede andere Sorge in diesem Jahr. Der Angstindex, der Durchschnitt der 16 langjährig abgefragten Ängste, bleibt wie im Vorjahr auf dem sehr niedrigen Wert von 39 Prozent.

Gastbeitrag von Brigitte Römstedt, Konzern-Kommunikation

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Anja Schmidt-von Rhein

Zuständig für Social Media in der Pressestelle; Bloggt über Unternehmensthemen und das soziale Engagement der R+V

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