Studie zu Fahrerassistenzsystemem „Sicher. Für Dich. Für mich.“

Studie zu Fahrerassistenzsystemem „Sicher. Für Dich. Für mich.“
19. Jun 2012

von Monika Hochscheid

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„Sicher. Für Dich. Für mich.“ so lautet der Kampagnenname einer mehrjährigen Studie der BG Verkehr. In dieser Studie wurden die Wirkung von Fahrerassistenzsystemen (FAS) bei Lkw- und Omnibus-Fuhrparks auf das Sicherheitsniveau im Straßenverkehr untersucht.

Rund 1.000 Lkw und Busse wurden mit jeweils 2.000 € von der BG  Verkehr gesponsert. Auch die KRAVAG beteiligte sich mit 500 € pro Fahrzeug, wenn die Teilnehmer mit Ihren Fahrzeugen bei uns versichert waren. 102 bei der KRAVAG versicherte Unternehmen mit 245 Fahrzeugen, haben an der Studie teilgenommen. Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) beteiligte sich mit 28.000 € an der abschließenden Analyse.

Begleitet wurde die Studie von Professor Heinz Hautzinger (Institut für angewandte Verkehrs- und Tourismusforschung e.V.) sowie Professor Dirk Lohre (Hochschule Heilbronn, Institut für Nachhaltigkeit in Verkehr und Logistik).

Was sind Fahrerassistenzsysteme?

FAS unterstützen den Fahrer. Er erhält automatisch Hinweise über Warnsignale, wenn Funktionen der FAS angesprochen werden.

Welche FAS gibt es?

So gibt es das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP). Mit gezielten Bremseingriffen sorgt es dafür, dass Fahrfehler, die zum Über- oder Untersteuern führen können, korrigiert werden. Bei Schleudergefahr greift das System blitzschnell ein. Beim ESP gibt es allerdings kein Warnsignal. Der Fahrer merkt den Eingriff teilweise gar nicht, weil einzelne Räder abgebremst werden

Ebenso waren die Fahrzeuge mit LDW, einem Spurbindungssystem, ausgestattet. Verlässt das Fahrzeug die Fahrspur (Überqueren der Fahrbahnmarkierungen auf den Straßen ohne zu blinken) wird ein Signal an den Fahrer entsandt. Häufig passieren ungewollte Spurwechsel bei Übermüdung des Fahrers. Das Signal hat eine Art „Weckfunktion“.

Interessant ist auch der Abstandsregeltempomat (ACC). Das System regelt die Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Bei Unterschreiten des Sicherheitsabstands erfolgt mindesten ein akustisches Signal. Teilweise umfasst das System auch eine Notbremsfunktion (abhängig vom Hersteller).

Im letzten Jahr war ich bei meinen Kollegen der SVG-Consult zu Besuch. Matthias Berendt und Nils Hüttenrauch sind dort  auch für das Thema Fahrerschulungen, die von der SVG-Consult angeboten werden, zuständig. Sie zeigten mir einen Film, der bei diesen Schulungen auch zur Verdeutlichung von Fahr- oder Organisationsthemen eingesetzt wird. Hier konnte ich mich von der Sinnhaftigkeit der Assistenzsysteme überzeugen.

Ein Beispiel, das mir aus dem Schulungsfilm nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist

Eine Szene dieses Films ist aus der Perspektive des Lkw-Führerhauses gedreht. Der Lkw fährt mit 80 km/h auf ein langsam fahrendes Fahrzeug zu. Es war schon sehr beeindruckend zu sehen (Gänsehaut), wie klein der Pkw auf einmal wurde. Gott sei Dank wurde durch den ACC dann der Abstand zum Fahrzeug reguliert.

Ergebnis der Studie: Fahrerassistenzsysteme lohnen sich!

Am höchsten liegt das Potenzial bei der streckenbezogenen Unfallbeteiligung: 34 %  der mit FAS ausgerüsteten Fahrzeuge haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu werden!

Interessanter Erfahrungsbericht und Erkenntnisse aus der Studie

Als nächstes stelle ich Ihnen Manfred Pollin und seine Erfahrungen mit dieser Studie näher vor. Manfred Pollin ist Inhaber der Firma Pollin Transporte GmbH mit Sitz in Helbra/Sachsen Anhalt. Das Familienunternehmen wurde 1965 gegründet und zeichnet sich durch seinen Einsatz in den Bereichen Sicherheit, Umwelt und Effizienz aus. Mit ihm habe ich ein ausführliches Interview geführt, das den Mehrwert der FAS anhand von persönlichen Erfahrungen deutlich aufzeigt.

Weitere Informationen zur Studie können Sie auch unserer Presseinfo entnehmen.

Quellen:

  • Studie „Sicher. Für Dich. Für mich.“ von BG Verkehr, BGL und KRAVAG
  • verkehrsRundschau Artikel vom 13.04.2012
  • SVG-Consult
  • Pollin Transporte GmbH

 

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Studie zu Fahrerassistenzsystemem „Sicher. Für Dich. Für mich.“
Monika Hochscheid

Abteilung Kraftfahrt-Betrieb, Gruppe Qualitäts-, Prozess-, Projektmanagement; bloggt über spezifische Fragestellungen zur Kfz-Versicherung

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Trends auf der IAA 2012 – Einmal hinter die Fasade geschaut « R+V Blog / http://www.ruv-blog.de/trends-auf-der-iaa-2012-einmal-hinter-die-fasade-geschaut/

11:27 26.09.2012

[…] bereits im Einsatz sind, untersuchte die Studie “Sicher. Für Dich. Für Mich.” Nähere Infos und auch ein Interview mit einem Speditionsinhaber können Sie auch hier im Blog […]