Urlaub im Ausland: Sicherheits-Tipps vom Experten

Urlaub im Ausland: Sicherheits-Tipps vom Experten
26. Jun 2019

von Dr. Karsten Eichner

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Daniel Weitemeyer ist Experte für Reisesicherheit bei R+V und Autor eines Sicherheits-Ratgebers für Unternehmen. Im Interview gibt er Praxistipps für die Urlaubsreise ins Ausland – zum Beispiel für die Sommerferien.

Daniel, woran erkenne ich, ob ein Reiseziel sicher ist?

Daniel Weitemeyer

Daniel Weitemeyer

Weitemeyer: Für Privatreisende sind die Sicherheitshinweise und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ein wichtiger Indikator. Sie machen auf besondere Risiken aufmerksam. Liegt eine Reisewarnung für ein Land vor, handelt es sich in der Regel nicht um ein sicheres Reiseziel. Da sich die Lage vor Ort auch sehr kurzfristig ändern kann, zum Beispiel durch eine Naturkatastrophe, sind Nachrichtenkanäle eine weitere wichtige Quelle. Und das nicht nur vor, sondern auch während der Reise.

Was sind die wichtigsten Sicherheits-Tipps für Reisen ins Ausland?

Weitemeyer: Spaß am Reisen und Reisesicherheit kann man gut in Einklang bringen. Vieles ist möglich, wenn man die Risiken ernst nimmt, sich entsprechend vorbereitet und richtig verhält. Hier ein paar Tipps: Setzen Sie sich schon vor der Reise mit Ihrem Reiseland auseinander – zum Beispiel mit Kultur, Sprache, Einreisebestimmungen und Sicherheitslage. Vor Reiseantritt sollten gegebenenfalls eine ärztliche Beratung und eine Auffrischung des Impfschutzes erfolgen. Auch eine entsprechende Reiseapotheke sollte nicht fehlen. Wichtig ist auch ein ausreichender Versicherungsschutz. Stellen Sie sicher, dass Sie auf Kopien (elektronisch / gedruckt) wichtiger Dokumente zugreifen können, falls diese verloren gehen. Eine Notfallkontaktnummer sowie Versicherungsinformationen sollten so mitgeführt werden, dass auch Rettungskräfte diese finden können. Sie können sich auch in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes eintragen. Ihr Reiseanbieter kann Sie zudem besser unterstützen, wenn er Ihre Handynummer kennt. Und, ganz wichtig: Posten Sie Ihre Abwesenheit nicht in sozialen Netzwerken. Sonst ist womöglich die Wohnung ausgeräumt, wenn Sie aus dem Urlaub zurückkommen.

Und was sind die klassischen Fehler, die man machen kann?

Weitemeyer: Die gute Nachricht vorab: Wer nicht ständig durch das Smartphone von seiner Umgebung abgelenkt ist, seine Wertsachen nicht zu Schau stellt und die No-go-areas meidet, hat schon viel gewonnen. Andererseits überschätzen leider viele Reisende ihre körperliche Leistungsfähigkeit oder ihren Gesundheitszustand. Das kann ganz schnell zu Problemen führen. Auch die Sicherheitshinweise werden leider nicht immer ernst genommen. Die Auslandsreise-Krankenversicherung sollte möglichst eine unbegrenzte Deckung haben, denn ein medizinischer Notfall geht schnell ins Geld. Deckelungen auf zum Beispiel lediglich 25.000 Euro reichen da bei weitem nicht. Ein Rücktransport sollte auch bei „medizinisch sinnvollen“ und nicht nur bei „medizinisch notwendigen“ Fällen übernommen werden. Reisende sollten zudem in der Lage sein, sich zumindest auf einem Basislevel im Land zu verständigen.

Wie bereitest Du Dich selbst vor, wenn Du ins Ausland reist?

Weitemeyer: Ich mache keinen Urlaub in Konfliktgebieten und halte mich ansonsten an die erwähnten Tipps. Damit bin ich bisher immer sehr gut gefahren. Darüber hinaus kommt es natürlich auf die geplanten Aktivitäten und Ziele an. Bei der Rucksacktour durch Neuseeland hatte ich eine andere Ausrüstung dabei als beim Städtetrip nach Budapest.

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