Vom Hörsaal in die Berufsschule

Vom Hörsaal in die Berufsschule
22. Okt 2018

von Anna Lena Schwartz

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Die Studentenzahlen steigen und mit ihr die Abbrecherquote. Fast die Hälfte beginnt schon kurz darauf eine duale Ausbildung, jeder Zehnte ist arbeitslos. Wer an seinem Studium zweifelt, findet Hilfe in einem Online-Test.

Alljährlich verkündet das statistische Bundesamt einen neuen Rekord bei den Studienanfängern. Im Wintersemester 2017/18 waren 2,8 Millionen Studierende an den Hochschulen in Deutschland eingeschrieben. Zehn Jahre davor sind es knapp zwei Millionen gewesen. Das ist ein gewaltiges Wachstum, das nicht ohne Folgen bleibt: Fast jeder Dritte bricht sein Studium ab. Zu diesem Ergebnis kommt das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung in einer Studie. Doch dieses scheinbare Scheitern ist kein dauerhaftes Drama: Wer sein Studium abbricht, macht das schon in den unteren Semestern und beginnt bald darauf eine Ausbildung. Für die Verantwortlichen der Studie weisen diese Erkenntnisse darauf hin, dass viele unsicher sind bei der Berufswahl.

Berufsorientierung bewahrt vor Fehlentscheidung

Zurück an die Hochschule. Besonders hoch sind die Abbrecherquoten in den Ingenieurwissenschaften und in naturwissenschaftlichen Fächern, allen voran der Mathematik. Insgesamt beenden 29 Prozent aller Bachelorstudenten ihr Studium vorzeitig. An Fachhochschulen brechen 27 Prozent ihr Studium ab, an Universitäten liegt die Quote mit 32 Prozent etwas höher. Den meisten sind die Anforderungen zu hoch. Schon ein halbes Jahr danach hat fast die Hälfte der Abbrecher eine Ausbildung angefangen, rund ein Drittel ist erwerbstätig und die Zahl der arbeitslosen Studienabbrecher sinkt. In der genannten Studie waren es nur noch 11 Prozent. Insgesamt aber zeigen die Studienergebnisse, dass ein Studienabbruch kein Scheitern der beruflichen Karriere bedeutet. Dennoch hat das Experiment Zeit und Geld gekostet. Mit einer ordentlichen Berufsorientierung bereits in der Schulzeit hätte das nicht sein müssen.

Ausbildung als Alternative zum Studium

Die steigenden Studentenzahlen sind die Konsequenz des Trends zur Höherqualifizierung: Gut die Hälfte eines Jahrgangs schließt die Schule mit der Hochschulreife ab, um anschließend zu studieren. Mehr Akademiker bedeutet zwangsläufig weniger Lehrlinge. Das führt dazu, dass heute mehr Facharbeiter, Meister und Techniker fehlen, als Akademiker. Beim Einkommen und den Karrieremöglichkeiten gibt es schon keine großen Unterschiede mehr zwischen Hochschulabsolventen und Facharbeitern mit Weiterqualifizierung. Abiturienten sind gut beraten, bei ihrer beruflichen Planung über eine Ausbildung als Alternative zum Studium nachzudenken. Vielleicht ist ein Studium erst nach der Ausbildung das Richtige. Die Option besteht dann immer noch.

Online-Test als Entscheidungshilfe

Wer zweifelt, ob ein Studium die richtige Wahl für den beruflichen Weg war, für den bietet das Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Reflexion und Orientierung auf einer Serviceseite Informationen und Hilfe an. Interessierte erfahren, wie sie ihre Motive zu den Themen Studienzweifel und Studienabbruch erkennen, welche Alternativen es zum aktuellen Studium gibt und wo sie Beratung finden. In einem Online-Self-Assessment-Tool kann die aktuelle Situation strukturiert erfasst werden, um dann fundiert eine Entscheidung treffen zu können.

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Vom Hörsaal in die Berufsschule
Anna Lena Schwartz

Mitarbeiterin Personalmarketing; bloggt über Karrierethemen und gibt Einblicke hinter die Kulissen der R+V als Arbeitgeber.

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