Warum Bakterien für Menschen wichtig sind

27. Aug 2013

von Christian Diel

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Der menschliche Körper ist von mehr als 100 Billionen Mikroben bzw. Bakterien besiedelt. Doch so, wie kein Mensch normalerweise dem anderen gleicht, so unterscheidet sich auch die individuelle Mikrobevölkerung voneinander. Je nach Lebensstil und Umgebung des Menschen sogar unerwartet stark.

Bakterien lösen bei vielen Menschen Unbehagen aus. Dennoch sind nicht alle Bakterien gleich, denn nicht alle Bakterien machen krank.

Viele der Mikroorganismen sind für uns Menschen sehr nützlich oder gar lebensnotwendig. So unterstützen sie uns als Darmflora bei der Verdauung, trainieren unser Immunsystem oder werden in der Biotechnik zur Produktion von Antibiotika und Enzymen eingesetzt.

Auch in der Nahrungsmittelindustrie spielen Bakterien eine wichtige Rolle, beispielsweise bei der Herstellung von Essig oder Molkereiprodukten.

Allerdings können Mikroben, die an einer bestimmten Körperstelle eine gesundheitsfördernde Wirkung entfalten, an einer anderen Stelle großen Schaden anrichten. Geraten etwa die Kolibakterien (Escherichia coli) des Darms in die Nieren oder die Harnblase, können sie dort schwere Infektionen auslösen.

Jede Körperstelle beherbergt ihre typischen Bewohner

Einige Mikroben bevorzugen fettiges Terrain, wie z.B. die talgreiche Stirn. Andere wiederum ziehen die dunklen Feuchtgebiete von Füßen und Achselhöhlen vor.

Mit der höchsten Mikrobendichte stellt der Dickdarm die beliebteste Wohnstätte dar. Überraschenderweise findet sich dort aber nicht gleichzeitig auch die größte Artenvielfalt. Diesen Rekord können Zeigefinger, Kniekehlen und Unterarme für sich verbuchen.

In der Mundhöhle tummelt sich hingegen eine homogene Gesellschaft: Es gibt dort zwar viele, nicht aber viele unterschiedliche Bakterien.

Ein Mikroben-Atlas soll neue Erkenntnisse bringen

Ein US-Forscherteam hat auf der Basis dieser Erkenntnisse begonnen, einen Mikroben-Atlas des menschlichen Körpers zu entwickeln. Bislang wurden die Bakterien 27 verschiedener Körperstellen kartiert.

Die Wissenschaftler hoffen, dass nach Fertigstellung des Kartenwerks bislang unbekannte Zusammenhänge zwischen Bakterienarten und bestimmten Krankheiten aufgedeckt werden können.

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Autor
Christian Diel

Teamleiter Kommunikation bei der R+V BKK und bloggt über Themen aus der Gesundheitswelt und der Kundenkommunikation.

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