Was macht ein Arzt bei R+V?

Was macht ein Arzt bei R+V?
16. Jun 2014

von Sina Eichmann

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Die Reihe der außergewöhnlichen Berufsbilder bei R+V setzt diese Woche Dr. Gerd-Marko Ostendorf fort. Dr. Ostendorf war Assistenzarzt in der Klinik und plante gerade den Aufbau seiner eigenen Praxis, als er auf ein interessantes Angebot aus der Versicherungsbranche stieß. Nun, 28 Jahre später, ist er als Gesellschaftsarzt der R+V Krankenversicherung tätig und erzählt im Interview über Unterschiede zu früheren Tätigkeiten und das Aneignen von versicherungsmedizinischen Kenntnissen.

Nach dem Medizinstudium und mehreren Stationen als Truppen- und Fliegerarzt bei der Bundeswehr sowie als Assistenzarzt in der Inneren Medizin, Chirurgie, Orthopädie, Dermatologie, Arbeits- und Allgemeinmedizin stand für Dr. Ostendorf sein berufliches Ziel fest: Eine eigene Praxis im Bereich der Allgemeinmedizin.

Doch wie es der Zufall wollte und ohne die Versicherungsbranche auf dem Radar gehabt zu haben, verschlug es ihn 1986 als Gesellschafts- und Betriebsarzt in ein Versicherungsunternehmen nach Stuttgart, bevor er sich letztendlich sieben Jahre später und durch Kontakte zu Mitarbeitern für die R+V als Arbeitgeber entschied.

Herr Dr. Ostendorf, Sie sind Gesellschaftsarzt der R+V Krankenversicherung und waren viele Jahre Betriebsarzt der R+V. Worin liegen in diesen beiden Aufgaben die Unterschiede?

„Als Gesellschaftsarzt (Versicherungsmediziner) der privaten Krankenversicherung beurteile ich gesundheitliche Leistungsfälle von Versicherten und bin für die Auswertung der vorliegenden medizinischen Unterlagen hinsichtlich verschiedener Aspekte zuständig. So beurteile ich zum Beispiel die medizinische Notwendigkeit von Behandlungen, überprüfe Abrechnungen oder nehme Stellung zur Frage der Arbeitsunfähigkeit. Weiter erstelle ich interne Arbeitsrichtlinien und setze neue medizinische Erkenntnisse in versicherungsmedizinische Beurteilungen um.

In der Tätigkeit als Betriebsarzt lag der Schwerpunkt dagegen auf der Betreuung der eigenen Mitarbeiter. Ich führte unter anderem regelmäßige Sprechstunden, arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen durch und beurteilte die Arbeitsplätze unter ergonomischen Aspekten. In Notfallsituationen kümmerte ich mich um die medizinische Erstversorgung.

Seit zweieinhalb  Jahren konzentriere ich mich nun rein auf die Tätigkeit als Gesellschaftsarzt der privaten Krankenversicherung.“

Sie waren gerade beim Aufbau einer eigenen Praxis, als Sie sich dann doch kurzfristig für die Tätigkeit in der Versicherungsbranche entschieden haben. Gibt es heute Momente, in denen Sie diese Wahl bereuen?

„Nein, ich bereue die damalige Entscheidung nicht. Zwar arbeite ich nun fast durchweg theoretisch, indem ich versicherungsmedizinische Fragestellungen beantworte oder an Besprechungen im Unternehmen teilnehme, habe jedoch durch diese Arbeit in einem Unternehmen viele neue Herausforderungen hinzugewonnen.

So stehe ich als Ansprechpartner für alle medizinischen Fragestellungen bereit, etwa in Diskussionen mit unseren Juristen. Meine Tätigkeit beschränkt sich nicht auf ein Fachgebiet, sondern ich erlebe täglich eine große Bandbreite an medizinischen Vorgängen, wobei ich mich durch regelmäßige Fortbildung immer auf der Höhe des wissenschaftlichen Kenntnisstandes halte.

Wichtig für eine solche berufliche Entscheidung ist die Hinterfragung nach der persönlichen Neigung. Möchte ich eher praktisch oder theoretisch arbeiten? Zwar habe ich die Zeit als Assistenzarzt durchaus genossen, arbeite jetzt jedoch gerne im theoretischen Bereich.“

Wie haben Sie sich das versicherungsspezifische Wissen angeeignet?

„Die Entscheidung für die Versicherungsbranche fiel kurz vor Beendigung meiner Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Die Versicherungsmedizin war für mich bis dahin kein Thema gewesen. Das spezielle versicherungsmedizinische Wissen habe ich mir im Laufe der Jahre angeeignet, zumal es eine spezielle versicherungsmedizinische Weiterbildung für Ärzte nicht gibt. Seit 18 Jahren bin ich zudem Schriftleiter der wissenschaftlichen Zeitschrift Versicherungsmedizin.“

Haben auch Sie Interesse an einer Karriere bei der R+V? Dann informieren Sie sich auf der Karrierehomepage der R+V.

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Sina Eichmann

Mitarbeiterin im Personalmarketing der R+V. Bloggt aus dem Personalbereich über Themen rund um Karriere und die R+V als Arbeitgeber.

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