„Wenn der Wind plötzlich dreht, ist man hinten.“

„Wenn der Wind plötzlich dreht, ist man hinten.“
18. Nov 2020

von Eva Kuschfeldt

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Lange hat Daniel Hoffmann gebangt, dass auch die Kieler Woche wegen Corona abgesagt wird. Dann, im Juli, kam die erlösende Nachricht. Die Wettbewerbe finden statt – wenn auch ohne das sonst übliche riesige Volksfest an der Kieler Förde.

Für den leidenschaftlichen Segler Hoffmann steht nicht der Erfolg, sondern der Sport selbst im Mittelpunkt. Seit April arbeitet der 26-Jährige am Standort Hamburg für die KRAVAG Umweltschutz und Sicherheitstechnik (KUSS). Hier ist er gefragt, wenn beispielsweise Öle, Gülle, Klärschlamm oder Zement, austreten und die Umwelt gefährden oder Straßen und Gebäude verunreinigen. Seine Freizeit verbringt er am liebsten auf dem Wasser: „Ich segle, seit ich denken kann.“ Seine Familie hatte ein kleines Segelboot. „Ungefähr so groß, wie ein IKEA-Kleiderschrank, damit waren wir auf dem Steinhuder Meer unterwegs“, erinnert er sich. Regatten fährt er, seit er neun Jahre alt ist.

Inzwischen sind die Boote größer, der See bei Hannover wurde vom Meer abgelöst und gewachsen sind auch die Herausforderungen. Zehn Meter lang ist die Yacht „Immac Fram“, mit der Hoffmann zusammen mit einer achtköpfigen Crew bei der Offshore-Regatta der Kieler Woche angetreten ist. „Ich war froh, dass der Wettkampf überhaupt stattfand“, sagt er. „Die Kieler Woche ist ein Highlight der Saison. Hier geht es immerhin um die Deutsche Meisterschaft.“ Trainieren konnte die Crew vorab nur dreimal – viele Häfen waren geschlossen und Sport mit acht Personen aus acht Haushalten war nur phasenweise erlaubt. Dabei ist das gemeinsame Training zentral. „Segeln ist ein bisschen wie eine Choreografie. Bei jedem Handgriff, jedem Manöver müssen alle zusammenspielen.“ Hoffmanns Job ist am Spinnaker, dem bunten Ballonsegel ganz vorne am Boot.

Das große Plus des Teams: Sie segeln seit sieben Jahren zusammen – und zwar durchaus erfolgreich. Bereits im vergangenen Jahr haben sie bei der Kieler Woche in ihrer Disziplin den Titel geholt. In diesem Jahr konnten sie ihn verteidigen – trotz heftiger Böen von teilweise über 30 Knoten oder etwa 55 km/h. Am Ende des Tages waren sie der Konkurrenz eine Bootslänge voraus und damit Deutscher Meister in der Gruppe der mittleren und kleinen Yachten (ORC III+IV). „Gut sein alleine reicht nicht, man braucht auch Glück“, sagt Hoffmann. „Wenn der Wind plötzlich dreht, ist man hinten.“ Aber in diesem Jahr passte eben wieder alles.

In diesem Sinne: Mast- und Schotbruch für die nächsten Wettbewerbe.

 

Gastbeitrag von Gesa Fritz, Konzern-Kommunikation

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„Wenn der Wind plötzlich dreht, ist man hinten.“
Eva Kuschfeldt

Redakteurin in der Konzern-Kommunikation, bloggt über eigene Erlebnisse im Unternehmen, Themen der Konzern-Kommunikation und soziale Projekte bei R+V

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