Wer zahlt den Rettungswagen?

Wer zahlt den Rettungswagen?
12. Aug 2017

von Suitbert Monz

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In manchen Fällen ist die Lage klar: Ereignet sich ein schwerer Verkehrsunfall oder erleidet der Patient einen ernsten Herzinfarkt, muss ohne zu Zögern ein Rettungswagen gerufen werden. Die Krankenkasse übernimmt dafür die Kosten. Doch was passiert, wenn der Fall weniger eindeutig ist?

Eine einheitliche Regelung, wann der Rettungswageneinsatz von den Krankenkassen übernommen wird und wann nicht, gibt es nicht für jedes Szenario. Manchmal entpuppt sich eine vermeintlich ernsthafte Attacke nach kurzer Zeit als harmlos. Wenn dann der Rettungswagen bereits gerufen wurde, kommt es auf den Einzelfall an.

Wann zahlt die Krankenkasse den Einsatz?

Generell gilt: Es muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen, damit der Einsatz von den Krankenkassen übernommen wird. Diese wird entweder vom Notarzt oder vom behandelnden Arzt bescheinigt. Der Patient muss sich dann in einigen Fällen mit einer Zahlung von 10 Euro beteiligen. Das gilt für die gesetzlichen sowie privaten Krankenkassen gleichermaßen.

Darüber hinaus übernehmen die Kassen auch den Transport via Taxi oder andere Möglichkeiten des Transports, wenn dieser medizinisch indiziert ist. Beispielsweise dann, wenn der Patient mit einem Taxi in die Reha fährt.

Wann muss der Patient selbst zahlen?

Wird der Patient nach Ankunft des Rettungswagens nicht ins Krankenhaus transportiert, sondern verbleibt an Ort und Stelle, muss er in der Regel die Kosten selbst tragen. Das kann dann der Fall sein, wenn der Patient sich weigert, ins Krankenhaus zu fahren, weil er den Rettungswagen nicht selbst gerufen hat und ihm der Zeitaufwand zu hoch ist.

Es gibt aber auch Fälle, in denen es dem Patienten bei der Ankunft bereits wieder besser geht und er beschließt, sich nicht ins Krankenhaus bringen zu lassen. Oder aber der Arzt entscheidet selbst, dass eine Behandlung vor Ort ausreichend ist. Auch dann muss die Kasse nicht aufkommen.

Finanziell auf der sicheren Seite ist, wer sich ins Krankenhaus bringen lässt, sofern der Arzt dies für sinnvoll hält – auch dann, wenn er keine Symptome mehr hat. Wer auf eigene Entscheidung den Rettungswagen rufen will, sollte überlegen, wie ernst die Lage tatsächlich ist. In den letzten acht Jahren haben sich die Einsätze der Rettungswagen wegen Bagatellanrufen verdoppelt, sodass nun über Neustrukturierungen nachgedacht wird.

Ansonsten gilt: Im Zweifel sollte man lieber das Risiko eingehen, den Rettungswagen umsonst zu rufen und zwischen 200 und 300 Euro selbst zu übernehmen, als seine Gesundheit zu gefährden.

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Wer zahlt den Rettungswagen?
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Kommentare

Aeschbacher

19:32 05.01.2017

Mein Vater ist leider gestorben, der Rettungswagen ist gekommen, und ging wider ohne was zu machen. Kosten Fr.1174
Bezahlen selber das kann ja nicht sein oder. Krankenkasse hat mir gesagt wenn er auf dem Transport gestorben wäre. Da hätten sie es bezahlt!

    Wer zahlt den Rettungswagen? Suitbert Monz

    09:44 10.01.2017

    Hallo Herr Aeschbacher,
    danke, dass Sie uns Ihre Erfahrung schildern, Ihr Verlust tut mir sehr leid.
    Viele Grüße,
    Suitbert Monz

Janine Gramer

12:56 09.01.2017

Hallo Herr Monz,

meine Tochter hat im Dezember wegen brennendem Adventskranz die Feuerwehr gerufen; sie war allein zu Hause, hat das auch so gesagt, dann kamen zwei Rettungswägen plus Notarzt. Sie wurde auf Rauchvergiftung untersucht, war aber nichts, so dass es ein sogenannter Fehleinsatz sei, da sie nicht mitgenommen werden musste. Jetzt sollen wir 500 Euro zahlen, und ich frage mich, ob ich das muss?! Sie hat alles richtig gemacht, ist vor die Tür gegangen, etc… Ich dachte, ich muss nur Falsch Anrufe/Einsätze zahlen?!
Mfg
Janine Gramer

    Wer zahlt den Rettungswagen? Suitbert Monz

    09:40 10.01.2017

    Hallo Frau Gramer,
    das tut mir sehr sein, eine Rechtsberatung kann ich leider an dieser Stelle nicht leisten. Sind sie bei uns Rechtsschutz-versichert? Dann würde ich Sie an unser Anwaltstelefon verweisen, die Kollegen können Sie dazu beraten.
    viele Grüße, Suitbert Monz

Sinem

18:09 17.01.2017

Meine Tochter, damals 4 Monate, ist von 40cm Höhe aus der Babyschale mit dem Gesicht aufs Parkett gefallen. Die Nase hat geblutet. Mit dem Schock haben wir natürlich den Krankenwagen gerufen. Im Rettungswagen wurde nach Reflexen geschaut ob alles ok ist. Die Nase hatte auch nicht mehr geblutet. Haben uns dann in der Kinderrettungsstelle abgesetzt und mussten dann stationär behandelt werden. So jetzt ist meine Tochter mitlerweile 13 Monate und wir bekommen eine Rechnung in Höhe von 319€ die wiederum von der Krankenkasse abgelehnt worde. Was kann ich jetzt machen? Warum zahlt die Kasse das denn nicht. Mein Mann und ich sind beide berufstätig und zahlen jahrelang monatlich KV und dann wegen ein Eingriff wo man nichts machen könnte soll ich so viel zahlen. Sagen Sie mir bitte was ich jetzt machen kann oder ob ich überhaupt was tuen kann?

    Wer zahlt den Rettungswagen? Suitbert Monz

    10:30 23.01.2017

    Hallo Sinem,

    danke für Ihren Kommentar und dafür, dass Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen.
    Ich hoffe sehr, dass es Ihrer Tochter wieder besser geht und wünsche Ihnen alles Gute!
    Leider kann ich an dieser Stelle keine rechtliche Beratung leisten. Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung bei uns? Dann würde ich Sie gerne an das Anwaltstelefon verweisen.
    Viele Grüße, Suitbert Monz

Susanne Fey

13:20 20.01.2017

Hallo Herr Monz,

diese Regelung ist wirklich etwas, was noch einmal überdacht werden sollte. Wenn z.B. jemand eine Epilepsie hat, auf der Straße, im Cafe oder sonst in der Öffentlichkeit einen großen Anfall bekommt, werden die Passanten/Beobachter den Rettungswagen rufen, weil solch ein Anfall sehr bedrohlich aussieht. Bis der Wagen da ist, ist der Patient meist wieder bei Bewusstsein, kann nach einer kurzen Ruhepause wieder normal weitermachen und möchte nicht ins Krankenhaus. Da das bei einer chronischen Erkrankung auch schon mal mehrmals im Jahr passieren kann, wird das ziemlich teuer für den Betroffenen, wenn er alles selber zahlen muss. Andererseits wird es für die Krankenkassen noch teurer, wenn er jedes Mal im Krankenhaus landet, wo dann die Untersuchungsmaschinerie wieder los geht. Ein Tag im Krankenhaus ist mit Sicherheit teurer als ein Rettungswageneinsatz.

Da wäre eine bessere Differenzierung z.B. über einen Notfallausweis sinnvoll, der den Sanitätern (nicht immer kommt der Notarzt mit!) die Sicherheit gibt, dass sie den Betroffenen nicht mitnehmen müssen, wenn er wieder bei Bewusstsein, orientiert und in der Lage ist, den Heimweg anzutreten. Den Krankenkassen blieben die Kosten für einen Krankenhausaufenthalt mit EEG, Blutuntersuchung, ev. MRT usw. erspart und der Betroffene kann eventuell. notwendige Änderungen in der Medikation mit dem Arzt seines Vertrauens besprechen. Eine Win-Win-Situation für beide Parteien.

Viele Grüße
Susanne Fey

    Wer zahlt den Rettungswagen? Suitbert Monz

    10:09 23.01.2017

    Hallo Frau Fey,
    vielen Dank für den wertvollen Hinweis und Ihre Ergänzung! Auf dieses spezielle Thema sind wir tatsächlich im Artikel noch nicht eingegangen.
    Viele Grüße, Suitbert Monz

Annalena

20:34 05.09.2017

Ich habe heute eine Rechnung über 199€ bekommen für einen RTW Einsatz am 01.06.2017. Habe an dem besagten Tag abends selbst den RTW gerufen da ich Herzrasen hatte, massiven Schwindel (so dass ich wirklich befürchtet hatte umzukippen) , panische Angst und Luftnot. Ich war zudem alleine Zuhause und hatte mir beim besten Willen nicht zugetraut selbst ins Krankenhaus das ca 10 km entfernt ist zu laufen. Als die Sanitäter kamen war der Blutdruck auch sehr sehr hoch und der Puls ebenfalls der lag bei 152. Die Sanitäter waren sich sofort einig mich ins nächste Krankenhaus zu bringen. Dort wurde ich allerdings nach drei Stunden Aufenthalt in der Notaufnahme am EKG hängend und Schmerzmittel für den Brust Schmerz entlassen und ich durfte nach Hause.

Kurz um es wurde keine Diagnose gestellt. Und die Krankenkasse übernimmt das nicht ?

Samet

11:24 22.11.2017

Hallo ich wurde von den rtw ins kranken Haus gebracht weil ich einen Strom Unfall hatte jetzt muss ich zahlen ich würde gerne wissen ob ich das wirklich zahlen muss oder die Krankenkasse zahlt ?

    Wer zahlt den Rettungswagen? Suitbert Monz

    17:01 07.12.2017

    Hallo Samet,
    leider können wir an dieser Stelle keine Rechtsberatung anbieten. Setze dich doch am besten mal mit deiner Krankenkasse in Verbindung.
    Viele Grüße, Suitbert

Joelle B.

15:35 26.11.2017

Hallo, Ich bin erst 16 und habe vor 2 Monaten eine „Mutprobe“ mit einer Freundin gemacht was wie ein Suizidversuch aussah (Wir haben eine erhebliche Überdosis Tabletten genommen) eine joggerin hat uns an einem Spielplatz bewusstlos aufgefunden und hat 2 RTW bestellt die Zusammen mit dem NEF dort hin kamen wir lagen dann für 3 tage im Koma (intubiert/ beatmet) schon im RTW, nun habe ich einen Brief bekommen dass ich 406€ RTW Pauschale bezahlen muss. Da es ja ein wirklicher Notfall war und ich erst 16 bin muss ich das trotzdem bezahlen? ich habe dem Brief erst gestern erhalten und weiß nicht was ich machen soll.

    Wer zahlt den Rettungswagen? Suitbert Monz

    08:58 27.11.2017

    Hallo Joelle,
    leider können wir an dieser Stelle keine Rechtsberatung leisten. Bitte informiere Dich doch noch einmal bei deiner Krankenkasse dazu, wer die Zahlung übernehmen muss.
    Hoffentlich geht es dir wieder besser.
    Viele Grüße,
    Suitbert Monz

Anita Jordan

18:48 15.12.2017

Meine Tochter 13 Jahre ist auf der Straße zu sammen gebrochen und ist mit dem Krankenwagen in krankenhaus gekommen dort wurde sie auch medizinisch versorgt ich soll jetzt aber 398 euro zahlen ist das jetzt berechtigt oder nicht (wir sind gesetzlich kranken versichert )

    Wer zahlt den Rettungswagen? Suitbert Monz

    09:41 18.12.2017

    Hallo Frau Jordan,
    fragen Sie doch dazu bitte am besten bei der Krankenkasse nach, wir können Sie leider an dieser Stelle nicht rechtlich beraten.
    Viele Grüße, Suitbert Monz

Dirk Müller

23:32 13.02.2018

Hallo,

haben Sie eine Quelle zu der Aussage, dass die Kosten bei einer Transportverweigerung selbst getragen werden müssen?

Ich bin selbst im Rettungsdienst tätig und mir liegen bezüglich gesetzlich Versicherten von unserer Abrechnungsselle (deutsche Feuerwehr) andere Informationen vor. So sind die kompletten Kosten nur dann zu tragen, wenn
– eine böswillige Alarmierung erfolgt (Mit falschen Tatsachen einen Einsatz auslösen).
– Verweigerung eines ärztlichen Transportscheines (Transport auf eigenen Wunsch, der von dem aufnehmenden Arzt oder dem Notarzt als nicht notwendig eingestuft wird).
Ansonsten sind im Falle eines Transportes zwischen 5 und 10 € Eigenanteil zu zahlen.

Sven Breitwieser

09:15 13.03.2018

Wenn der Rettungsdienst gerufen wird sollte man auch mitfahren. Es hat ja einen Grund für den Anruf gegeben. Habe einen Magenbypass und habe schon öfter den Rettungsdienst aufgrund von Akutem Abdomen benötigt. Bei vielleicht 10 Fällen war es nach kurzer Zeit wieder besser. Dennoch heißt es bei Akutem Abdomen 2-3 Tage Klinikaufenthalt. Wie gesagt viele male war nichts großes bis sich dann eine Magenblutung dahinter verbarg und ich sehr froh war als der Rettungsdienst da war.
Vereinfacht kann man sagen wird jemand vom Rettungsdienst in die Klinik oder zum Arzt gebracht und findet eine Behandlung dort statt war der Rettungsdiensteinsatz auch nötig. Wir haben einen sehr guten Rettungsdienst und sollten ihn aufgrund von einigen wenigen Fällen nicht aushöhlen oder ändern. So wie der Rettungsdienst aufgestellt ist ist er wirklich gut und die ganze Welt beneidet uns z.B. auch dafür.