Wie schützen sich Landwirte vor Cyber-Angriffen?

Wie schützen sich Landwirte vor Cyber-Angriffen?
4. Okt 2017

von Dr. Markus Berneiser

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Digitalisierung, Smart Farming und Landwirtschaft 4.0 sind die Schlagworte, die rund um die Zukunft in der Landwirtschaft am häufigsten verwendet werden. Doch was bedeutet das, welche Chancen, Potentiale und auch Risiken sind mit der zunehmenden Vernetzung verbunden?

Eine gemeinsame Studie von BITKOM und dem Fraunhofer-Institut im Jahr 2014 ergab, dass die Landwirtschaft als eine der ersten Branchen gilt, die aus der Digitalisierung wirtschaftlichen Nutzen ziehen wird. Das zusätzliche Wertschöpfungspotential bis 2025 wurde von den Wissenschaftlern mit 3 Mrd. Euro beziffert. Heute, drei Jahre später, wissen wir, dass einiges davon schon Realität geworden ist.

Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets sind aus dem Arbeitsalltag der Landwirte nicht mehr wegzudenken. Beispiel: Tablet gesteuerte Drohnen werden eingesetzt, um die Ertragsfähigkeit der Böden zu kartieren, Wild- und Hagelschäden zu ermitteln, Unkrautnester aufzuspüren, Rehkitze vor der Ernte zu orten und Photovoltaikanlagen auf ihre Funktionalität zu überprüfen.

Die Vorteile der Vernetzung von Drohnen mit Geo-Informationssystemen und der Aussaat-, Pflege- und Erntekette liegen auf der Hand: Durch die exakte Einhaltung der Fahrspuren und der Reduzierung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln lässt sich einerseits die Umweltbelastung reduzieren, andererseits können die Erträge gesteigert werden.

Landwirte sind digitale High-Tech-Fachkräfte

Landwirte müssen heutzutage Allround-Talente sein. Produktionstechnik, Landtechnik und Betriebswirtschaft bilden nach wie vor noch die Grundlage, aber ohne IT-Kenntnisse ist ein landwirtschaftlicher Betrieb kaum noch zu führen. Denn die moderne Landtechnik sowie Informations- und Telekommunikationssysteme erweitern dieses Spektrum. Der moderne Landwirt wird zusehends auch zum IT-Fachanwender.

IT-Systeme vor Angriffen schützen und Maßnahmen für den Notfall treffen

Regelmäßige Datensicherungen und Updates, der Einsatz von Firewalls, Virenscanner sowie aktuelle Technologien und Systeme sind heutzutage ein Muss zur Absicherung der IT. Viele Systeme, welche zur Steuerung der Produktion eingesetzt werden, bedürfen aber einer besonderen Absicherung. Industrielle Kontrollsysteme (ICS, z.B. Melkroboter) stellen die IT-Sicherheit vor besondere Herausforderungen.
Neben diverser Kontrollmaßnahmen ist auch eine Notfallvorsorge unerlässlich. So sorgt das IT-Service-Management u.a. dafür, dass die Verfügbarkeit der Systeme auch im Falle eines Cyber-Angriffs sichergestellt ist.

Herausforderungen an einen reibungslosen Betrieb

Weil die IT eine immer wichtigere Rolle spielt, kann der Ausfall der Systeme verheerende Folgen nach sich ziehen. Ein Beispiel: Während der stressigen Erntezeit erhält ein Betriebsleiter eine E-Mail – vermeintlich von seinem Landhändler. Das Öffnen der E-Mail hat jedoch fatale Folgen: Innerhalb weniger Sekunden fährt das gesamte System herunter – die Bürocomputer sind nicht mehr einsatzfähig. Der Grund: Der Betrieb ist Opfer einer Erpressungssoftware (Ransomware) geworden und das, obwohl ein Virenscanner auf dem PC installiert war. Sämtliche Melkroboter können durch den IT-Ausfall nicht mehr gesteuert werden oder das Geo-Informations- und Warenwirtschaftssystem zur Ernteplanung funktioniert nicht mehr. In der Folge ist der gesamte Betriebsablauf erheblich gestört.

IT-Notfall-Assistance-Leistungen, ein Baustein für einen geregelten IT-Betrieb

Streikt das Auto, ruft man die Pannenhilfe. Streikt eine spezialisierte „Agrar-Software“, ruft man den IT-Dienstleister. In Fällen von Internetkriminalität und Computer-Sabotage bedarf es spezialisierter IT-Sicherheitsexperten, welche schnell und unkompliziert helfen können.

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Text von Marek Weber, Underwriter Technische Versicherungen/Cyber Risk, und Markus Berneiser

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R+V-AgrarKompetenzZentrum, Abteilung Agrarmarkt und Erneuerbare Energien; bloggt über Themen rund um die Landwirtschaft

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