Wie sieht eigentlich eine Windenergieanlage von innen aus?

Wie sieht eigentlich eine Windenergieanlage von innen aus?
20. Mai 2014

von Dr. Markus Berneiser

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Jeder von uns kennt sie und sieht sie nahezu täglich, wenn man durch die Bundesrepublik fährt: Windenergieanlagen. Doch wie sieht so eine Anlage eigentlich von innen aus und wie funktioniert diese? Diesen Fragen sind wir auf den Grund gegangen und haben eine solche Windenergieanlage erklommen und vor Ort untersucht.

Zu Beginn unserer Tour wurden wir von einem Mitarbeiter des Wartungsunternehmens zunächst mit den Fakten zur Windenergieanlage vertraut gemacht. Die Anlage steht im schönen Sauerland, wurde vor 18 Jahren errichtet und hat eine Nabenhöhe von 55m. Anschließend wurden uns Sicherheitsgurte angelegt, die Funktionsweise dieser erläutert und der Aufstieg kurz besprochen. Auch ein Helm und Arbeitshandschuhe gehörten zur Sicherheitsausrüstung.

50 Meter: ganz schön anstrengend

Den Sicherheitshaken und den entsprechenden Läufer vorschriftsmäßig angebracht, ging es für uns dann Schritt für Schritt nach oben – eine Leiter hinauf. Der Aufstieg wurde erleichtert durch insgesamt zwei Plattformen, die den nicht ganz so trainierten unter uns eine kurze Verschnaufpause ermöglichten. Nichtsdestotrotz war der Aufstieg ziemlich anstrengend, so dass die Arme oben ordentlich gebrannt haben und wir ziemlich aus der Puste waren.

Auf ins Herzstück des Windrads

Aber die Strapazen haben sich bezahlt gemacht. Oben angekommen mussten wir noch eine kleine Leiter emporsteigen, um den Maschinenraum zu erreichen. Dort konnten wir einen Überblick in das Herzstück der Anlage bekommen und die Funktionalität des Getriebes überprüfen – Endoskopie wird dies im Fachjargon genannt.

Viele denken bei dem Begriff Endoskopie bestimmt an eine medizinische Endoskopie, bei der das Innere von lebenden Organismen untersucht wird. In unserem Fall haben wir mittels eines Endoskops  das Innere der Maschine untersucht und mögliche Fehlerquellen oder Verschleißspuren festgestellt. Um es abzukürzen; die Maschine ist trotz Ihres Alters in einem einwandfreien Zustand und wird dem Betreiber noch lange Freude bereiten

Der Ausblick ist klasse

Da wir es bereits so weit nach oben geschafft haben, galt es nun die letzten Meter in Angriff zu nehmen und nach draußen zu gehen. Dafür mussten wir auf das Getriebe klettern und eine kleine Öffnung ebnete uns den Weg nach draußen auf die Anlage.

Von dort hatten wir einen herrlichen Blick über das Sauerland und natürlich auf die Rotorblätter der Anlage. Diese sind aus der unmittelbaren Nähe sehr beeindruckend. Natürlich wurde auch während dieses Klettereinsatzes auf der Anlage Sicherheit groß geschrieben und wir haben uns stets gesichert auf der Anlage bewegt.

Nach diesen vielen spannenden Eindrücken galt es noch die letzte Aufgabe zu bewältigen – den sicheren Abstieg zurück auf den Boden. Unten angekommen haben wir mit Stolz und Erleichterung die gemachten Erfahrungen noch einmal Revue passieren lassen. Es war ein tolles Erlebnis.

Im Video, das wir vor Ort mit dem Handy aufgenommen haben, sehen Sie unsere Eindrücke der Windradbesteigung.

 

[Dies ist ein Beitrag von Christian Korte. Bis 2014 Manager Erneuerbare Energien bei der R+V Versicherung]

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