Wildwechsel und Wildunfall

Wildwechsel und Wildunfall
7. Nov 2012

von Verena Reuber

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Jetzt im Herbst passieren viele Unfälle mit Wild. In der Morgen- und Abenddämmerung suchen die Tiere ihre Futterstellen auf und gehen dazu weite, oft auch riskante Wege. Dieser Wildwechsel ist auch für uns Autofahrer gefährlich!

Warnhinweise: Nicht nur Schilder, sondern auch CDs, Reflektoren und auch Hochsitze

Manche Jagdpächter hängen CDs oder Plastikflaschen, rückstrahlende Streifen oder Reflektoren an Bäume. Die sollen das Scheinwerferlicht zurückschicken und die Tiere warnen. Wo immer Sie diese Dinge sehen, ist also Vorsicht geboten.
Diskrete Hinweise auf Wildwechsel geben auch die Hochsitze der Jäger. Sie stehen häufig am Waldrand oder auch mitten in einer Wiese. Wild wechselt vom Wald auf die Wiese und umgekehrt. Deshalb gilt auch besondere Vorsicht, wenn einerseits Wald und andererseits Gras die Fahrbahnen begleiten.

Bester Schutz: Fuß vom Gas!

Wer bei eingeschränkter Sicht und in waldreichen Gebieten den Fuß vom Gas nimmt und den Sicherheitsabstand zu vorausfahrenden Autos vergrößert, verringert das Risiko eines Unfalls mit Tieren und bei einer Kollision deren Folgen erheblich. Wo immer an Landstraßen vor Wild gewarnt wird, sollten Sie nicht schneller als 80 km/h fahren – der TÜV rät sogar zu 70 km/h in der Nacht. Vor allem in Kurven, wo man trotz Xenon-Scheinwerfern nicht weiter sieht als auf gerader Linie, sollten Sie das Tempo reduzieren.

Wildwechsel – und nun?

Auch wenn Sie langsam fahren und den Fahrbahnrand im Auge behalten, können sich natürlich Tiere bereits auf der Fahrbahn befinden. Nun heißt es: umsichtig sein, bremsen, abblenden und hupen. Außerdem sollten Sie stets mit mehreren Tieren aus einem Rudel und auch mit Nachzüglern rechnen. Wenn möglich, sollten Sie den Rand der Straße meiden und sich mehr zur Mitte orientieren – bei Nacht und wenig Gegenverkehr ist dies oft möglich.
Lenkrad festhalten und voll auf die Bremse heißt die Devise der Autoprofis bei plötzlich auftauchendem Wild.

Wildunfall – und nun?

Wenn Ihnen trotz aller Vorsicht ein Unfall mit Wild passiert ist, gilt es Ruhe zu bewahren und planmäßig vorzugehen. Wie bei jedem Unfall hat die Eigensicherung Vorrang, danach gilt die Sorge der anderen Verkehrsteilnehmer und erst am Schluss dem Tier!

  • Warnblinker und Innenlicht einschalten, Scheinwerfer eingeschaltet lassen
  • Warnwesten anlegen, vorsichtig aussteigen
  • Pannendreieck rund 100 Meter vor dem eigenen Auto aufstellen
  • Wenn möglich, andere Autofahrer um zusätzliche Sicherung des Gegenverkehrs bitten
  • Erst jetzt die Lage sondieren: Wenn das Tier tot und klein ist, sollten Sie es an den Fahrbahnrand ziehen, dabei aber Handschuhe tragen wegen der Tollwutgefahr. Schwere Tiere können mit einem Abschleppseil weggezogen werden.
  • Melden Sie den Wildunfall möglichst sofort der Polizei.
  • Wenn das Fahrzeug so beschädigt ist, dass es nicht mehr weiterfahren kann, Abschleppdienst (über die Polizei oder den Autoclub) verständigen.
  • Nach Möglichkeit Auto, Wild und Unfallstelle fotografieren. Versicherer informieren.
  • Wenn das angefahrene Tier verschwunden ist, hat es kaum Überlebenschancen. In solchen Fällen muss auch das Forstamt oder der Jagdpächter verständigt werden – die Polizei hilft Ihnen weiter.
  • Ein verletztes Tier unbedingt liegen lassen. Es kann nämlich sehr gefährlich werden, einem verletzten Reh oder einer Wildsau zu nahe zu kommen. Trotz aller Schmerzen können sich waidwunde Tiere aufbäumen oder um sich schlagen.

 

 

 

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Autor
Wildwechsel und Wildunfall
Verena Reuber

Social Media Managerin bei der R+V24; bloggt hauptsächlich über Autos, Fragestellungen aus der Versicherung und sämtliche Facetten der Mobilität.

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Kommentare

Kristina Tewes

16:05 07.11.2012

Vielen Dank für die hilfreichen Infos!

Wildwechsel und Wildunfall Verena Reuber

16:30 07.11.2012

Wunderbar, das freut mich Frau Tewes!
Viele Grüße,
Verena Reuber