Wohnung im Souterrain – mehr als nur Notlösung

Wohnung im Souterrain – mehr als nur Notlösung
24. Feb 2017

von Suitbert Monz

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In Deutschlands Metropolen wird Wohnraum immer knapper und damit teurer. In Berlin haben sich die Mieten seit 2007 nahezu verdoppelt, in München kostet der angemietete Quadratmeter 2016 durchschnittlich 11, 12 Euro plus Nebenkosten. Aus diesem Grund wird immer häufiger auch der Keller eines Hauses zu einer Wohnung im Souterrain umfunktioniert.

Langfristig betrachtet, kann der richtige Ausbau des Untergeschosses für Vermieter eine gute Investition bedeuten. Allerdings sollte der Kellerumbau gut geplant und qualitativ hochwertig ausfallen, damit nicht nach kurzer Zeit Feuchtigkeit und Schimmel drohen.

Erstaunlich hell und geräumig

„Hier muss es sein“, stelle ich beim Blick auf die Hausnummer fest. „Ziemlich herrschaftlicher, schöner Altbau und beste Lage in Wiesbaden“, denke ich und überlege, wie sich meine kleine Nichte sich das wohl leisten kann. Stimmengewirr und Musik dringen von unten in den Hausflur und ich steige voller Neugierde die steinernen Treppenstufen hinab. Ob von dem äußerlichen Charme des Hauses auch im Souterrain noch was zu spüren ist? Die 65 Quadratmeter-Wohnung erinnert nicht im Geringsten an einen Keller. Statt dunkel, muffig und verbaut wirkt diese Wohnung geräumig, hell und schick.  „Erst war ich skeptisch als ich hörte, dass es sich um eine Souterrainwohnung handelt“, erzählt meine Nichte später, „aber jetzt bin ich richtig froh, denn ich hätte mir keine andere in dieser Lage leisten können.“

Der knappe Wohnraum in Deutschlands größten Städten macht erfinderisch. So auch in diesem Fall. Die Vermieter des Jugendstil-Altbaus hatten vor vier Jahren zwei hochwertige, zusätzliche Wohneinheiten im Halb-Kellergeschoss eingerichtet. Dazu wurden umliegende Beete tiefergelegt, Sträucher und Büsche entfernt und große neue Fenster eingebaut. Auf diese Weise gelingt möglichst viel Tageslicht in die Wohnung. Als Bodenbelag wählten die Eigentümer dicke helle Holzdielen, die als Ergänzung zu weißen Türen und Wänden etwas Gemütlichkeit in die Räume bringen

Tipps von Experten

Das Bauliche bildet die entscheidende Basis, die Einrichtung ist aber auch immens wichtig.

Meine Nichte hat sich vorher schlau gemacht. „Einrichtungsexperten haben mir geraten, zum Beispiel in der Küche auf Hochschränke zu verzichten und auf Low- und Sideboards und offene Regale zu setzen“, erklärt sie. Zudem sucht man Gardinen oder schwere Vorhänge vergebens in ihren vier Wänden.  Weiße Stoffjalousien und luftige Schals hat sie stattdessen angebracht.  Viele Lichtquellen, vornehmlich Fluter, leuchten indirekt oder direkt die Winkel der Wohnung aus und lassen sie sehr geräumig wirken.

Gespannt frage ich nach, ob sie denn auch irgendetwas störe am Wohnen halb unter der Erde. „Ja, ich muss schon speziell Lüften, denn Feuchtigkeit ist immer ein Thema bei einer Souterrainwohnung. Und die Nähe zu den vielen Krabbeltieren, die mit mir auf Augenhöhe leben, die ist auch gewöhnungsbedürftig“, gesteht sie, „aber das nehme ich in Kauf, denn ganz perfekt ist es eben nie.“ Meine Vorurteile in Sachen Souterrainwohnungen haben sich jedenfalls verflüchtigt. Vielmehr freue ich mich schon auf den nächsten Besuch in diesen tollen Räumlichkeiten.

Weitere Artikel zum Thema Bauen und Wohnen finden Sie in unserem Ratgeber.

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Wohnung im Souterrain – mehr als nur Notlösung
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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