Wovor fürchten sich die Deutschen 2012 am meisten?

7. Sep 2012

von Anja Schmidt-von Rhein

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Das R+V-Infocenter präsentierte am 6. September in Berlin die Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“. Die diesjährigen Ergebnisse sorgten für Überraschungen.

Jeder von uns hatte es schon einmal mit der Angst zu tun. Das „undeutliche Gefühl des Bedrohtseins“, wie es der Duden definiert, führt manchmal zu schlaflosen Nächten und auch zu Ratlosigkeit. Worum sorgen sich die Deutschen?

Und wie haben sich die Ängste entwickelt? Aufschluss darüber gibt die R+V-Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen“.

Zur R+V-Studie

Seit mehr als zwei Jahrzehnten befragt das R+V-Infocenter in einer repräsentativen Studie rund 2.400 Bürger zu ihren größten wirtschaftlichen, politischen und persönlichen Sorgen.

Spannende Zusatzfragen zu aktuellen Entwicklungen beschäftigen sich in diesem Jahr mit der Euro-Schuldenkrise, der Atomenergie und der Pflegeproblematik.

Als ich erfuhr, dass R+V die Studie „Die Ängste der Deutschen“ macht, war ich erstaunt. Oft hatte ich davon gehört oder in Magazinen darüber gelesen, aber die Verbindung zu R+V hatte ich nie hergestellt.

Umso interessanter war es für mich als Praktikantin, dem „Ängste-Team“ im R+V-Infocenter bei der Auswertung der Studie über die Schultern zu schauen.

Rita Jakli, die Leiterin des R+V-Infocenters, und die Pressesprecherinnen Brigitte Römstedt und Stefanie Simon haben mir vieles erklärt und mich in die Vorbereitungen für die Pressekonferenz einbezogen.

Wie wertet man Zahlen aus? 

Im Studium stellen uns die Dozenten die Ergebnisse immer in aufbereiteter Form vor. Bei R+V konnte ich sehen, wie viel Arbeit von der abgeschlossenen Befragung noch bis zur Präsentation bevorsteht.

Zahlen allein formen ja noch keine Aussagen – diese entstehen erst dann, wenn während der Auswertung Bezüge herstellt werden.

Zum Beispiel stellt das Infocenter-Team die Entwicklungen der Ängste anhand von Jahresvergleichen dar.

Auch das aktuelle politische und wirtschaftliche Geschehen, so wie statistische Daten, beispielsweise Arbeitslosenzahlen, sind ein wichtiger Bestandteil der Auswertung.

So betrachtete das Team die Furcht vor dem Job-Verlust in Relation zur Arbeitslosenzahl, um eine differenziertere Aussage treffen zu können.

Aufmerksamkeit erreichen

Die Ergebnisse der Studie „Die Ängste der Deutschen“ werden jedes Jahr Anfang September auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt. Und das Interesse der deutschen Tages- und Wochenzeitungen, aber auch der Hörfunksender und Fernsehmagazine, ist groß:

Im vergangenen Jahr erschienen fast 1.000 Berichte über die Ängste-Studie in den deutschen Medien. Das bedeutet für das Team des R+V-Infocenters im Vorfeld viel Arbeit.

So müssen Presseinformationen, Charts und Bilder zugleich seriös, verständlich und spannend aufbereitet werden. Sogar ein Hörfunk-Beitrag wird vorbereitet:

Rita Jakli, Leiterin des Infocenters, gibt jedes Jahr ein Interview zur Studie, das allen Hörfunksendern in Deutschland als Radiobeitrag zur Verfügung gestellt wird.

Was ist ein gutes Ergebnis?

Was die Studie so interessant macht, ist ihre Einmaligkeit. Denn „Die Ängste der Deutschen“ ist die einzige Langzeitstudie in Deutschland, die sich mit den Sorgen der Bundesbürger befasst.

„Only bad news are good news“ – diese alte Journalistenweisheit gilt für die R+V-Studie nur bedingt. Ebenso positive Nachrichten wie „Angst vor Jobverlust auf Rekordtief“ werden gerne von den Tageszeitungen übernommen.

Wichtig sind außergewöhnliche Zahlen, die in dieser Weise nicht erwartet wurden.

Der Überraschungseffekt

Die Fragen des R+V-Forschungsprojektes habe ich mir selbst gestellt und ich habe versucht einzuschätzen, wie die Gesamtantworten der Befragten ausfallen könnten. Weicht die eigene Einschätzung weit von den Ergebnissen der Studie ab, ist das Staunen groß.

Das war bei mir zum Beispiel bei der Frage nach der Langzeitpflege eines Angehörigen der Fall. Steigende Pflegezahlen und Lebenserwartungen sprechen für eine zukünftig große Problematik.

Auch im persönlichen Umfeld oder Bekanntenkreis der meisten Menschen gibt es Pflegefälle. Trotzdem fürchten sich nur 24 Prozent der Befragten davor, später einmal über längere Zeit einen Angehörigen pflegen zu müssen.

Das hat mich sehr erstaunt. Aber es gab in diesem Jahr weitere Überraschungen. Überzeugen Sie sich einfach selbst auf unserer Webpräsenz zur Studie.

[Gastbeitrag Frau Katrin Kasper, Konzern-Kommunikation]

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Autor
Anja Schmidt-von Rhein

Zuständig für Social Media in der Pressestelle; Bloggt über Unternehmensthemen und das soziale Engagement der R+V

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Kommentare

Geraldine Göllner / http://geschaeftsbericht-unternehmenskommunikation.de/

10:44 09.09.2012

Kleine Anmerkung dazu: Es ist – soweit mir bekannt – die einzige Panel-Untersuchung mit diesem umfassenden Schwerpunkt. Es bestehen jedoch weitere Panelerhebungen in dem Feld, zum Beispiel vom IfD.