Zähne aus dem Drucker

Zähne aus dem Drucker
11. Nov 2015

von Suitbert Monz

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Angst vorm Zahnarzt habe ich keine. Dennoch muss auch ich auf dem Behandlungsstuhl – für viele Menschen der „Stuhl des Grauens“ – nicht unnötig viel Zeit verbringen. Umso überraschter bin ich, dass diesmal bei meinem Zahnarztbesuch vom Behandlungsbeginn bis zur fertigen Zahnkrone nur eine Stunde vergehen soll.

Kaum zu glauben: Innerhalb von einer Stunde soll ich bei meinem Besuch beim Zahnarzt wieder mit meinen „nagelneuen Zähnen“ glänzen können. Im Normalfall waren für eine neue Zahnkrone oder ein Zahn-Inlay zwei Termine notwendig. Zahn beschleifen, Abdrucklöffel rein, Würgereflex unterbinden, Provisorium drauf, und dann musste ich ein paar Tage auf den Zahnersatz aus dem Labor warten. Heute wird mein Zahnersatz direkt am Behandlungsstuhl angefertigt.

Digitale Zahntechnik auf dem Vormarsch

Bei diesen sogenannten „Chairside-Systemen“ erfolgt der Zahnabdruck mit einer digitalen Kamera direkt im Mund. Im Anschluss beginnt eine computergesteuerte 3D-Fräse bereits den passenden Zahnersatz aus Keramik zu fertigen. Als „technikbegeisterter Patient“ bin ich schwer beeindruckt. Auch wenn es durch seinen Mundschutz wenig ersichtlich ist, spüre ich deutlich, dass auch mein Zahnarzt diesen Fortschritt – der keinesfalls Standard ist – nicht nur wegen seines Servicegedankens schätzt.

Und mein Zahnarzt ist sich sicher, dass die digitale Zahntechnik nicht nur immer beliebter, sondern sich auch rasant weiterentwickeln wird. Zahnersatz aus dem 3D-Drucker ist der nächste Schritt. Jetzt wird es spannend. Ich spüle kurz durch und lausche gespannt. Selber reden beim Zahnarzt ist sowieso recht schwierig.

Zahnersatz aus dem 3D-Drucker

Die Internationale Dental-Schau (IDS) in Köln in diesem Jahr hat gezeigt, dass digitale Zahntechnik einen immer größeren Raum einnimmt. Das sagt zumindest mein Zahnarzt. Meine anfängliche Euphorie ist ein wenig gebremster. Ich frage mich, ob der Zahntechniker – ein traditioneller Handwerksberuf – bald überflüssig sein wird. Die komplette Zahnersatz-Palette kann der 3D-Druck noch nicht leisten, beruhigt mich der Mann mit Mundschutz. Doch wie in vielen anderen Branchen wird dieser digitale Wandel auch die Anforderungen an diesen Berufsstand verändern. Der Vorteil der Maschine liegt auf der Hand: Direkt mit den Daten aus dem PC entstehen Zahnmodelle präzise, aber vor allem schnell direkt vor Ort.

Mit dem Sauger im Mund lehne mich so entspannt wie möglich zurück und frage, was denn heute mit dem 3D-Drucker schon möglich ist und wie er genau funktioniert. Mein Zahnarzt hat mich trotz des Nuschelns verstanden und berichtet weiter. Im Gegensatz zum herkömmlichen Drucker arbeitet der 3D-Drucker für die Herstellung von Zahnersatz nicht mit Tintenpatronen, sondern mit Kunststoff in Pulverform, Wachs oder flüssigem Polymer. Der Drucker baut beispielsweise eine Zahnkrone Schicht für Schicht vom Boden beginnend auf.

Auch wenn dies gar keine Zukunftstheorie mehr ist, sondern tatsächlich schon in einigen wenigen Zahnarztpraxen zum Einsatz kommt, klingt Zahnersatz aus dem Drucker für mich noch ein wenig abgedreht. Nur fünf Minuten später bekomme ich meine Zahnkrone – frisch aus der computergesteuerten 3D-Fräse – eingesetzt. Ich bin zufrieden. Es ging schnell, sie passt, kommt sicher nicht aus Asien und wird auch noch von meiner Zahn-Zusatzversicherung bezahlt. Mit einem Lächeln sage ich zum Abschied: „Und das nächste Mal gedruckt, bitte.“

 

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Zähne aus dem Drucker
Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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Kommentare

Ilona

15:36 14.11.2015

Hallo habe Probleme mit den Kiefer (knochen zuruckbildung was kann mann tun bin immer bei dem selben Zahn arzt bin verzweifekt was er alles sagt ubd was ich alles vorher Zahlen soll um an das Ziel zu kommen was er gedenkt

    Zähne aus dem Drucker Suitbert Monz

    11:40 16.11.2015

    Hallo Ilona,
    ich weiß leider auch nicht, was in diesem Fall zu tun ist. Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie jederzeit noch einen zweiten Zahnarzt um seine Meinung bitten.
    Ich hoffe, dass Sie bald mehr wissen.
    Viele Grüße, Suitbert Monz

Manuela Rogowsky

22:50 15.11.2015

Guten Tag, wo finde ich einen Zahnarzt der diese Technologie nutzt?