Zähne und Psyche: Hilfe bei Zähneknirschen

Zähne und Psyche: Hilfe bei Zähneknirschen
9. Jun 2017

von Suitbert Monz

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Wer hätte das gedacht: Zahngesundheit und der psychische Zustand stehen in engerem Zusammenhang als man vermutet. Der Mund ist eine hochsensible Körperregion, in der sich Stress und Anspannung oft bemerkbar machen können.

„Da musst du die Zähne zusammenbeißen“, „ich gehe auf dem Zahnfleisch“, „sie beißt sich daran die Zähne aus“– dies sind nur einige Redewendungen unserer Sprache, die die Verbindung zwischen Psyche und Zähnen bereits vermuten lassen. Welche Rolle spielen also nächtliches Zähneknirschen, der Zahnarzt und die vielfach verordnete Aufbiss-Schiene?

„Endlich geht es meinem alten Freund Lothar wieder besser “, denke ich, als er mit heiterer Stimme von seiner neuen Arbeitsstelle erzählt. Monatelang war er aufgrund starker, anhaltender Kopfschmerzen und erheblicher Rückenprobleme krankgeschrieben ohne die Ursache für seine Beschwerden zu kennen. Besuche bei allerlei Fachärzten wie Radiologen, Internisten und Neurologen blieben ohne Befund. Der Kardiologe stellte dem sportlichen Mittvierziger sogar ein sehr gutes „Zeugnis“ aus.

Erst der Zahnarzt führte auf die richtige Spur

Eher zufällig landete er während seiner Leidenszeit beim Zahnarzt, da ihm ein Stück vom Zahn abgebrochen war. Die Behandlung nahm aufgrund einer Urlaubsvertretung ein ihm bisher nicht bekannter Zahnarzt vor. „Plötzlich fragte er mich, ob ich großen Stress habe“, berichtet er merkbar überrascht von dieser Frage. Der Zahnarzt hatte neben dem abgebrochenen Backenzahn deutliche Abriebspuren auf seinen Zähnen festgestellt.

Mein Freund musste nicht lange über die Antwort auf die Frage nachdenken. „Ja, ich habe schon ziemlich viel um die Ohren und bei der Arbeit läuft es schon lange nicht rund.“ Daraufhin stellte der Zahnarzt eine erste Verdachtsdiagnose: „Dentale Parafunktion“. Was im Fachjargon als „Dentale Parafunktion“ bezeichnet wird, ist als Funktionsstörung im Mundbereich zu verstehen und beinhaltet Angewohnheiten wie Zähneknirschen (Bruxismus), Wangen- und Zungenpressen. Im Falle meines Freundes handelte es sich um nächtliches Zähneknirschen, das von ihm bislang selbst nicht bemerkt wurde.

Erste Maßnahme: Aufbiss-Schiene

Die Folgen starken Knirschens können allein für die Zahngesundheit erheblich sein. Die Zahnsubstanz wird stark abgenutzt, Zahn-Lockerungen und Verschiebungen treten auf und können bis zum Zahnverlust führen. Des Weiteren können Überempfindlichkeiten an den Zahnhälsen, Zahnschmerzen, Entzündungen in den Kiefergelenken und viele andere Symptome mit einhergehen. Als erste Maßnahme wurde für Lothar eine Aufbiss-Schiene beim Zahnarzt angefertigt. Diese Schiene soll die Zähne schützen und verringert den Druck, der durch das starke Zusammendrücken von Ober- und Unterkiefer auf die Zähne einwirkt. „Mein Zahnarzt hat mit mir dann noch einmal lange über mögliche Ursachen des Knirschens gesprochen. Und das hat mir die Augen geöffnet“, betont mein Freund.

Stressverarbeitung durch Zähneknirschen

Die Ursachen für dentale Parafunktionen sind vielfältig, können sowohl körperlich als auch psychisch begründet sein. Im Falle von Lothar hat sich herausgestellt, dass er seine großen beruflichen Probleme und den daraus resultierenden Stress tagsüber unter Schmerzen in Kopf und Rücken mit sich herumgetragen hat und nachts durch das Zähneknirschen abbauen wollte und zum Teil auch abgebaut hat. „Ich habe nach kurzem Zögern eine lösungsorientierte Kurzzeittherapie beim Psychotherapeuten angeschlossen und einige Dinge in meinem Leben verändert. Meine Kopfschmerzen treten nur noch selten auf, im Rückenbereich habe ich so gut wie keine Schmerzen mehr. Es fühlt sich alles wieder ein bisschen leichter an.“

Zahnzusatzversicherung: Tarife auch inklusive Aufbiss-Schiene

Aufbiss-Schienen sind in Lothars Zahnzusatzversicherung enthalten. Die Kosten für die psychotherapeutische Hilfe hat er im Vorfeld mit seiner Krankenkasse abgestimmt und eine Teilkostenübernahme erwirken können.

Künftig will Lothar ein bisschen achtsamer mit sich sein und in diesem Zusammenhang mit einem Entspannungstraining beginnen. „Auch, wenn mir momentan nichts wehtut, will ich immer wieder bewusste Pausen in den anstrengenden Alltag einbauen“ – ein guter Rat, der nicht nur bei Zahnprobleme hilft!

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Suitbert Monz

R+V Social Media Manager, bloggt über Online-Marketingmaßnahmen, soziale Netzwerke und über das Social Media Konzept des Unternehmens.

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