Ziel: „Genossenschafts-Hebamme“

Ziel: „Genossenschafts-Hebamme“
13. Feb 2020

von Dr. Karsten Eichner

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Er ist nicht nur „Wander-Papst“, Moderator und Buchautor, sondern auch bekennender Genossenschafts-Fan: Manuel Andrack. Kürzlich war er Teilnehmer auf dem „MakerCamp Genossenschaften“ in der Wiesbadener R+V Akademie.

Herr Andrack, was ist Ihr persönliches Fazit vom MakerCamp Genossenschaften?

Makercamp LogoDer Ansatz der Veranstaltung ist fantastisch. Ich hoffe, dass im Anschluss viele konkrete Projekte gestartet werden. Letztes Jahr ist in Deutschland nur eine zweistellige Zahl an neuen Genossenschaften gegründet worden, das ist viel zu wenig. Für 2020 hoffe ich, dass wir deutlich in den dreistelligen Bereich kommen. Und dass wir in Deutschland möglichst schnell die Zahl von 11.111 Genossenschaften erreichen – das ist mein ganz persönliches Ziel als Kölner. Was ich gigantisch finde: Dass die R+V bei dem Thema Vorreiter ist, mit Veranstaltungen wie dem MakerCamp. Alle wollen das Gleiche, aber keiner kommt aus dem Quark. Die R+V hingegen lässt nicht locker, sondern geht voran, getreu dem Motto „Wir übernehmen Verantwortung“.

Was gefällt Ihnen an der Genossenschaftsidee so gut?

Mir gefällt vor allem das Miteinander: One Share, one voice. Das Genossenschaftsprinzip ist für mich die ideale Mitte zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Hinzu kommt: Genossenschaft ist gut, weil sie zwar einen Rahmen bietet, aber viele Freiräume lässt. DIE Genossenschaft gibt es nicht, jede hat ihren ganz besonderen Charakter. Wichtig und spannend finde ich vor allem das Thema Schülergenossenschaften. In Hessen ist mit „Green Leibniz“ ja gerade die erste gegründet worden, aber in vielen Bundesländern gibt es noch gar keine. Das geht nicht! Das muss sich schnellstens ändern. Genossenschaft muss auf die Leute zugehen, die Menschen überzeugen.

Wie sind Sie selbst zur Genossenschaft gekommen?

Ich bin über die „Raiffeisen-Tour“ 2018 zum Genossenschafts-Fan geworden, als ich landauf landab Genossenschaften besucht und sie in Artikeln, Filmen und einem Buch porträtiert habe. Und ich würde diese Tour gern ins Unendliche weiter fortsetzen, denn es gibt noch viel zu tun. Allein hier auf dem MakerCamp habe ich mindestens zehn Projekte kennen gelernt, die ich gern mitgestalten würde. Und ich würde gern alle Leute missionieren, die die Genossenschaftsidee noch nicht kennen – mit Vorträgen und Diskussionen. Wie ich mich selbst dabei sehe? Ich möchte die männliche „Genossenschafts-Hebamme“ sein.

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