Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II) – das sind die Neuerungen

Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II) – das sind die Neuerungen
1. Okt 2015

von Erik Rauschkolb

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Seit Januar 2015 greift das erste Pflegestärkungsgesetz. Nun ist der Entwurf für das zweite Pflegestärkungsgesetz vom Bundeskabinett beschlossen worden. Ab dem 1. Januar 2017 sollen ein neues Begutachtungsverfahren und ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff gelten. Unter anderem sollen fortan die Unterschiede zwischen körperlichen und psychischen Krankheiten wegfallen.

Das zweite Pflegestärkungsgesetz wird flexibler sein und sich auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen stärker konzentrieren. Dies soll vor allem durch die Einführung von fünf Pflegegrade anstatt der bisherigen drei Pflegestufen erreicht werden.

Frühere Unterstützung für lange Selbständigkeit

Die Leistungsfähigkeit des Einzelnen soll im Rahmen des zweiten Pflegestärkungsgesetzes besser erfasst werden. Darüber hinaus soll laut Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe früher mit der Unterstützung begonnen werden – beispielsweise, wenn es sich um bauliche Anpassung in Haus oder Wohnung handelt.

Auf diese Weise soll die Selbständigkeit so lange wie möglich erhalten und auch pflegende Angehörige entlastet werden. Für sie gibt es ebenfalls unterschiedliche Möglichkeiten, wie sie während der Pflege finanziell unterstützt werden können.

Detailliertere Ermittlung der Pflegegrade

Die fünf Pflegegrade beruhen auf dem Maß der Selbständigkeit, das ein Pflegebedürftiger noch erfüllen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Einschränkungen körperlicher oder geistiger Natur sind. Um den jeweiligen Pflegegrad zu ermitteln, wird die Leistungsfähigkeit in sechs Bereichen überprüft:

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Dem Pflegegrad 1 werden alle Menschen zugeordnet, die noch keine erhebliche Unterstützung benötigen und noch allein zu Hause leben können, die aber Anpassungen in ihrem Zuhause oder Beratung benötigen.

Für die Pflegebedürftigen in den Pflegegraden 2 bis 5, die in einem Heim gepflegt werden, gilt, dass sie immer den gleichen Eigenanteil bezahlen, der sich aus ihrer Pflegebedürftigkeit ergibt. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere Regelungen für Betroffene und ihre pflegenden Angehörigen.

Die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und der damit einhergehenden Leistungsausweitungen erfordern eine weitere Beitragssatzerhöhung zum 01.01.2017 um 0,2 Prozentpunkte von 2,35 Prozent auf 2,55 Prozent bzw. von 2,6 Prozent auf 2,8 Prozent für Kinderlose.

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Zweites Pflegestärkungsgesetz (PSG II) – das sind die Neuerungen
Erik Rauschkolb

Erik ist Social-Media-Manager und kümmert sich um das Esports-Engagement der R+V. Er bloggt über Themen rund um Finanzen und Versicherungen sowie über Neuigkeiten und Aktionen der R+V im Social-Media- und Marketing-Bereich.

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